Sich nicht von der weltlichen Logik der Macht faszinieren lassen Meine Herren Kardinäle, verehrte Mitbrüder im bischöflichen und im priesterlichen Dienst, liebe Brüder und Schwestern! Das heutige Hochfest Christkönig, die Krönung des liturgischen Jahres, erfährt eine Bereicherung durch die Aufnahme von sechs neuen Mitgliedern ins Kardinalskollegium, die ich traditionsgemäß eingeladen habe, an diesem Morgen in… Continue reading Predigt zum Christkönigsfest von Papst Benedikt XVI.
Schlagwort: Prinzip des hinreichenden Grundes
Seit Leibniz wird auch das Prinzip des hinreichenden Grundes (principium rationis sufficientis) zu den obersten Prinzipien oder Axiomen gerechnet: Nichts ist ohne hinreichenden Grund. Positiv ausgedrückt besagt dieses Prinzip, dass jedes Seiende einen Seinsgrund haben muss, das heisst einen Grund, um dessentwillen es ist und nicht nicht ist. Das ist leicht einzusehen. Besässe nämlich irgendein Seiendes keinen Seinsgrund, so würde es sich vom Nichts nicht unterscheiden, denn es ist dem Nichts eigen, keinen Seinsgrund zu haben, da es ja dem Sein entgegengesetzt ist. Der hinreichende Grund für die Existenz eines Dinges kann in diesem selbst oder in einem anderen liegen. Das unendliche Sein, Gott, hat ihn in sich. Das endliche Sein besitzt ihn ausserhalb von sich, nämlich in einer Ursache.
Das Prinzip des hinreichenden Grundes (principium rationis sufficientis) ist in seiner allgemeinen Formulierung ein transzendentales Prinzip. In seiner Anwendung auf das endliche Sein wird es zum Kausalitätsprinzip (Alles, was entsteht/wird, hat eine Ursache – omne quod fit, habet causam), und dieses ist nicht mehr transzendental, da es sich nur auf das endliche Sein bezieht.
Gion Darms: Von der Philosophie fürs Leben lernen. Peter Steinegger, Carl J. Wiget, Stefan Pfyl, Franz Xaver von Weber, 2012, S. 162-163.