Sich nicht von der weltlichen Logik der Macht faszinieren lassen Meine Herren Kardinäle, verehrte Mitbrüder im bischöflichen und im priesterlichen Dienst, liebe Brüder und Schwestern! Das heutige Hochfest Christkönig, die Krönung des liturgischen Jahres, erfährt eine Bereicherung durch die Aufnahme von sechs neuen Mitgliedern ins Kardinalskollegium, die ich traditionsgemäß eingeladen habe, an diesem Morgen in… Continue reading Predigt zum Christkönigsfest von Papst Benedikt XVI.
Schlagwort: Kontradiktionsprinzip
Das Kontradiktionsprinzip (principium contradictionis) steht an erster Stelle. Sobald der Verstand die Begriffe des Seins und des Nichtseins erworben hat und sie miteinander vergleicht, leuchtet ihm das Verhältnis des Gegensatzes oder des Widerspruchs ein, das zwischen ihnen besteht. Das ist der Inhalt des Kontradiktionsprinzips, welches sich so ausdrücken lässt: Das Gleiche kann unter demselben Gesichtspunkt nicht zugleich sein und nicht sein. Thomas sagt: «Illud quod primo cadit in apprehensione est ens, cuius intellectus includitur in omnibus quaecumque quis apprehendit. Et ideo primum principium indemonstrabile est quod non est simul affirmare et negare, quod fundatur supra rationem entis et non entis: et super hoc principio omnia alia fundantur» (STh I-lI, q. 94, art. 2 c.).
Das Kontradiktionsprinzip wie auch die anderen obersten Prinzipien sind unmittelbare analytische Urteile – also Urteile, in denen das Verhältnis von Subjekt und Prädikat sich direkt bzw. ohne Beweisführung allein aus der Analyse des Subjektes ergibt -, die jedermann durch sich einleuchten. Sie müssen daher nicht bewiesen werden, und sie können auch nicht direkt bewiesen werden, sondern nur indirekt, indem man die Absurdität des Gegenteils aufzeigt.
Dr. Gion Darms: Von der Philosophie fürs Leben lernen. Peter Steinegger, Carl J. Wiget, Stefan Pfyl, Franz Xaver von Weber, 2012, S. 162-163.