Erklärung über die pastorale Sinngebung von Segnungen Kardinal Sarah lehnt ‚Fiducia supplicans’ ab 9. Jänner 2024 in kath.net Weltkirche ‚Wir müssen auf die Verwirrung mit dem Wort Gottes antworten’, sagte der emeritierte Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung wörtlich.
Schlagwort: Positivismus
Positivismus
ist die skeptische Beschränkung der menschlichen (vorab sicheren und „wissenschaftlichen“) Erkenntnis auf den Bereich der unmittelbaren Erfahrung und deren Typisierung, deren Recht aber allein in ihrer Brauchbarkeit (Voraussehbarkeit) für die unmittelbare (sinnliche) Erfahrung liegt. Er ist eine heute weitverbreitete Haltung, die lebt vom Eindruck der unüberwindbaren Vielfalt der Religionen, der metaphysischen und ethischen Systeme und der „Sicherheit“ der «exakten» Wissenschaft, wo sie sich auf das experimental Vorzeigbare beschränkt. Der Positivismus aber übersieht, daß er als Theorie und System selbst sich aufhebt (wie jeder Skeptizismus), daß er im konkreten menschlichen Leben nicht durchführbar ist, weil er eine ethische Forderung nicht wirklich begründen kann, daß dem tiefer Blickenden hinter der Vielfalt der Meinungen unter verschiedener Terminologie und wechselndem geschichtlichem Gewand eine tiefe Einheit menschlicher Grundüberzeugungen durchaus metaphysischer und religiöser Art sich enthüllt, daß es eine transzendentale Erfahrung gibt, die sogar der tragende Grund der Naturwissenschaft ist (auch wo sie es nicht weiß) und sich in Logik, Ontologie, Ethik so auslegt, daß ihre Sicherheit andersartig als die der positiven Wissenschaften ist, aber als ursprünglich vollzogene nicht geringer Transzendenz. Es ist selbstverständlich, daß ein Positivismus als sich absolut setzendes System (im Unterschied zu ihm als einer Methode der Naturwissenschaften als solchen) mit dem Christentum unvereinbar ist. kthW