Parlamentsgesetz widerspricht Gesetz Gottes und seiner heiligen Kirche

Homilie von Weihbischof Athanasius Schneider zum Fest Mariä Namen

Die Kirche ist von außen und innen bedroht! (gloria.tv)

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir feiern heute das Fest Mariä Namen, das wir jährlich mit großer Dankbarkeit und Glaubensfreude begehen. Im Namen aller Katholiken Europas wollen wir Gott Dank sagen für die Rettung des katholischen Glaubens durch die Fürsprache Mariens. Unser heutiger Dank muss sich gleichzeitig mit einem innigen Flehruf verbinden, dass Gott heute erneut das Wunder seiner Allmacht uns erweist und durch die Fürsprache Mariens für das heutige Europa den katholischen Glauben erhält. Heute befindet sich der katholische Glaube in einer noch größeren Gefahr als damals. Denn damals gab es nur einen Zerstörer des katholischen Glaubens von außerhalb der Christenheit. Heute gibt es Zerstörer des katholischen Glaubens sowohl außerhalb der Kirche als auch immer mehr im Innenraum der Kirche. In dieser Zeit der großen Glaubensnot wird uns Maria nicht verlassen. Wie kann sie es auch? Sie ist ja unsere Mutter, sie ist die fürbittende Allmacht, sie ist die Besiegerin aller Häresien und aller Zerstörer des Glaubens. Wie innig müssen alle echt katholisch denkenden gläubigen Priester und Bischöfe heute flehen: Maria zeig, dass du Mutter bist. Zum innigen Flehen gehört doch die Buße dazu, das Fasten, das Sündenbekennen, das Sühne- und Abbitteleisten. Denn unsere Hilfe ist wirklich im Namen des Herrn und dem Namen Mariens, der Mittlerin aller Gnaden.

„Ich glaube [an] die heilige katholische Kirche.“ Diese Worte sprechen wir sehr oft in unseren Gebeten aus. Was bedeuten diese Worte, was bedeutet die Kirche? Die Kirche ist letztlich der menschgewordene Christus selbst, das heißt der mystische Leib Christi, zu dem alle Getauften gehören. Die Kirche hat Gott geschaffen und nicht die Menschen, es ist sein Werk und deshalb unzerstörbar. „Aus ewigem Stein erbauet, von Gottes Meisterhand“, singen wir in dem schönen alten Kirchweihlied. Und weil die Kirche Gottes Werk ist, das Werk der heiligsten Dreifaltigkeit, ist die Kirche allumfassend, universal, alle Zeiten, alle Menschen, alle Sprachen, alle Völker, alle Orte umfassend. Sie beinhaltet alle Wahrheiten Gottes, alle Worte Gottes, alles, was Christus gelehrt hat. Sie beinhaltet die ganze Reinheit und Schönheit der göttlichen Wahrheit, die ganze Reinheit und Schönheit des Gottesdienstes, der Liturgie, sie beinhaltet alle Mittel der Gnade und der Heiligkeit. Das alles bedeutet katholisch. Zur Kirche gehört aber Folgendes noch wesentlich dazu:  Sie hat ein sichtbares Haupt, welches Christus, das unsichtbare Haupt, sichtbar macht. Und das ist Perus und seine Nachfolger, die Päpste, in jedem der römischen Bischöfe, in jedem Papst, lebt Petrus, der oberste sichtbare Hirte der Herde Christi in einem gewissen Sinne weiter. Jede christliche Generation kann deshalb sagen, wir haben Petrus, wie es auch die erste christliche Generation gesagt hatte. Das alles ist in den Worten enthalten: „Ich glaube [an] die heilige katholische Kirche.“

Wenn jemand oder einer Gruppe die Vollständigkeit und Reinheit der geoffenbarten Wahrheiten oder die Vollständigkeit und Reinheit der Liturgie fehlt oder die Unterordnung und Gehorsam gegenüber dem Papst fehlt, dann kann dieser Mensch oder diese Gruppe nicht in Wahrheit sagen: „Ich bin katholisch“, „wir sind katholisch“. Solch eine Behauptung wäre dann unwahr. Gott hat in seiner Kirche eine sichtbare und aktuelle Garantie und einen Maßstab für die Reinheit des Glaubens und der Liturgie hinterlassen. Und das ist das Petrusamt. Wir bräuchten heute mehr denn je wieder Bekenner des Glaubens und der Treue zum Papst und zwar in den Reihen der Bischöfe und Laien. Leuchtende Beispiele dieser Treue aus der 2000jährigen Kirchengeschichte sind zum Beispiel der heilige Bischof und Kardinal John Fischer und der heilige Laie Thomas Morus. Der heilige Thomas Morus legte damals vor dem Parlament und somit vor der öffentlichen Meinung folgendes Bekenntnis ab, ich zitiere, er sagte: „Das Gesetz des Parlamentes widerspricht direkt den Gesetzen Gottes und seiner heiligen Kirche, die höchste Leitung der Kirche oder irgendeines ihrer Teile gehört rechtmäßig nur dem Heiligen Stuhl von Rom. Unser Heiland selbst hat diesen Vorrang des heiligen Petrus und seine Nachfolger im Bischofsstuhl von Rom mit seinem eigenen Mund bekräftigt.“ Dieses Bekenntnis kostete Thomas Morus und auch Kardinal John Fischer das Leben.

Wie viele Gesetze werden heute von Parlamenten erlassen, die direkt den Gesetzen Gottes widersprechen? Wie sehr bräuchten wir heute in Europa neue Thomas Morus und John Fischer, welche für die Treue zum Papst und die Gesetze Gottes furchtlos gegen die öffentliche Meinung bekennen. Ihnen würde ja momentan zumindest keine Todesstrafe drohen. Wir erleben in der heutigen Zeit eine gewaltige Krise des Glaubens und der Liturgie, die niemand leugnen kann, die Reinheit des Glaubens und der Liturgie sind zu kostbar, zu göttlich, als dass man sie dem Geist des Menschen anpasst oder sie dem Eigenermessen der predigenden und zelebrierenden Priester ausliefert. Möge die heilige Liturgie der Kirche wieder mehr in ihrer Heiligkeit und übernatürlichen Schönheit erstrahlen, dass bei der heiligen Messe die Anbetung der heiligsten Dreifaltigkeit im Mittelpunkt steht und Jesus unter den eucharistischen Gestalten auch in konkreten äußeren Formen Ehre und Anbetung erwiesen wird. Das Ziel eines jeden Gebetes von uns, das Ziel einer jeder heiligen Messe, die wir feiern, ist letztlich kein anderes als dies: Der göttlichen Majestät Christi, die unter der demütigen Brotgestalt wirklich gegenwärtig ist und vor dem sich die Engel auf ihr Angesicht werfen, auch nach außen hin gebührende Ehre und Liebe zu erweisen, wie zum Beispiel durch das anbetende Knien oder die Kniebeugung, Was für ein Glaubenszeugnis wäre es, wenn bei der heiligen Messe auf dem ganzen Erde und die Gläubigen die heilige Kommunion empfangen würden in der knienden, anbetenden Haltung und in den Mund gemäß dem Wunsch von Papst Benedikt XVI., wie es alle Welt bei den Papstmessen sehen kann. Was für ein Zeichen des tieferen Glaubenssinnes unter Treue zum Papst, wäre es, wenn immer mehr Bischöfe und Priester dieses Beispiel des Papstes wenigstens empfehlen würden. Was für ein Glaubenszeugnis wäre es, wenn bei der heiligen Messe auf dem ganzen Erdenrund immer mehr solche unverkennbar deutliche Zeichen der Anbetung, der Stille, der Heiligkeit, des Gesanges wären, wenn Priester und Volk gänzlich auf Christus ausgerichtet sein würden, innerlich und auch äußerlich ausgerichtet auf Christus im Kreuzesbild oder gegenwärtig im Tabernakel.

Folgendes Beispiel: Aus einer Zeit, wo Katholiken verfolgt wurden, möge uns, die wir heute noch in Freiheit unseren Glauben bekennen können, Ansporn und Mut geben, es handelt sich um die Verfolgung der Katholiken in Irland aus dem 19. Jahrhundert. Der bekannte französische Schriftsteller Graf Montallenbert (Anm. d. Red.: Quellenangabe pendent) war im Jahre 1829 Augenzeuge folgender Begebenheit, welche er auch schriftlich in folgenden Worten festgehalten hat: „Ich kann nie jene erste Messe vergessen, der sich in einer Landkapelle bei gewohnt habe. Ich ritt zu Pferd bis zum Fuß eines Hügels, ich stieg ab und nach nur einigen Schritten wurde ich aufmerksam auf die kniende Gestalt eines Mannes, nach und nach wurden andere Männer sichtbar, alle in derselben Körperhaltung. Je mehr ich den Hügel hinaufstieg, desto größer wurde die Zahl jener knienden Bauern, endlich oben auf dem Hügel sah ich ein Gebäude in Kreuzesform, das notdürftig aus Stein gebaut war, jedoch ohne Merkel und nur mit Stroh bedeckt, rund um die Kapelle war eine kniende Menge von robusten Männern, die alle barhäuptig waren, ungeachtet des strömenden Regens und der Schlamm war unter ihren Füßen. Ein tiefes Schweigen herrschte rings herum. Es war die katholische Kapelle von Blairné und der Priester feierte gerade die Messe. Ich kam im Augenblick der Wandlung an, als die Hostie erhoben wurde und jene ganze fromme Versammlung war mit ihrem Gesicht bis zum Boden verneigt. Ich strengte mich an, unter das Dach der Kapelle zu gelangen, die voll von anbietenden Menschen war, es gab keine Stühle, keinen Schmuck, nicht einmal einen gefliesten Boden. Der Boden war aus Erde, Stein und Feuchtigkeit. Als das heilige Opfer zu Ende war, stieg der Priester aus Pferd und floh, denn er wurde verfolgt. Danach erhoben sich die Beter und gingen schweigend nach Hause. Viele blieben noch eine Weile im Gebet, kniend im Schlamm, in jener schweigenden Umgebung, welche jene treuen und armen Menschen ausgewählt haben während der Zeit der Verfolgung.

Mit diesen edlen, schlichten und heldenmütigen und von der Welt vielleicht vergessenen Brüdern und Schwestern im Glauben sind wir heute immer noch verbunden im Geheimnis der Kirche. Wir können stolz sein, dass wir zu so einer Kirche gehören. Ihre Ehre und Stärke sind die unzähligen Scharen von schlichten treuen Bekennern des Glaubens, Märtyrern, Helden der Nächstenliebe und zwar in allen Altersstufen und Ständen. Leider verleugnen heute einige Glieder der Kirche und, Gott sei es geklagt, selbst einige Priester durch ihr schlechtes Leben den Glauben, sie geben somit der gottfeindlichen Welt die Gelegenheit, die Kirche mit Hohn und Spott bloß zustellen. Das soll uns nicht verunsichern. Wir wissen vom Beispiel einer unseligen Schar von echten Christen, von echten Priestern, von treuen und heiligen Christen und Priestern, und die gibt es auch in unserer Zeit, wenn auch nicht mehr so zahlreich, aber sie gibt es, und von denen die Massenmedien leider nie berichten.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, bitten wir unseren Heiland: O Herr, vermehre in uns auf die Fürsprache Mariens die Gnade des Glaubens, dass unser Denken und unser Leben immer mehr und im wahren Sinne des Wortes katholisch sei.Gelobt sei Jesus Christus. In Ewigkeit. Amen.

Weitere Hinweise und Quellen

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