Salvifici doloris

Bild: Ausschnitt aus einem Glasfenster von Königsfelden; Foto: F. Rausser, Leihlithos «Maria», Bern.

Über den christlichen Sinn des menschlichen Leidens

Die heilbringende Kraft des Leidens erklärend sagt der Apostel Paulus: «Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben, was an den Leiden Christi noch fehlt». Diese Worte stehen gleichsam am Ende des langen Weges, der sich durch die Leiden hin erstreckt, die zur Geschichte des Menschen gehören und vom Wort Gottes erhellt werden. Es kommt ihnen fast die Bedeutung einer endgültigen Entdeckung zu, die von Freude begleitet ist; daher schreibt der Apostel: «Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage». Die Freude kommt aus der Entdeckung des Sinnes des Leidens. Eine solche Entdeckung ist, obwohl Paulus von Tarsus, der diese Worte schreibt, ganz persönlich davon betroffen ist, zugleich auch gültig für andere. Der Apostel teilt seine eigene Entdeckung mit und freut sich darüber wegen all jener, denen sie helfen kann – so wie sie ihm geholfen hat –, den heilbringenden Sinn des Leidens zu ergründen. (Salvifici doloris, 1)

By Louis A. Venetz

Dipl. Ing. FH in Systemtechnik