{"id":9,"count":25,"description":"Hoffnung im neutestamentlichen Sinn ist letztlich konstituiert durch den Schnittpunkt einerseits jener schicksalhaften Verf\u00fcgung Gottes \u00fcber den Menschen, durch die dieser wirksam und bleibend von der in Jesus Christus menschgewordenen (und somit menschliche Geschichte gewordenen) Liebe Gottes getroffen worden ist, andererseits durch die dieser Verf\u00fcgung antwortende Verhaltensweise des Menschen (oder der Kirche, in der ja die je personal m\u00f6gliche Antwort des einzelnen Menschen bleibend aufgehoben und getragen ist), der, auf der glaubenden Gewi\u00dfheit der schon endg\u00fcltig geschehenen Heilsverf\u00fcgung Gottes stehend, auf die letzte Vollendung der g\u00f6ttlichen Heilsveranstaltung im Kommen Jesu Christi zuversichtlich wartet (vgl. Hebr 6,18f; R\u00f6m 8,24 u.\u00f6.). Somit ist Hoffnung nach der theologischen Tradition gottgewirkte (\u201cg\u00f6ttliche\u201d) Tugend, die als solche mit der Gnade eng verbunden ist, zugleich aber wirkliche \u2013 von Gott gewirkte \u2013 Tat des Menschen, die als solche in einem engen Verh\u00e4ltnis zu dem personalen Glauben und der Liebe steht, in dem sie gewisserma\u00dfen die entwicklungsgeschichtliche Mitte zwischen allgemeinem dogmatischem Glauben und der absoluten individuellen Intimit\u00e4t der Liebe bildet (1 Kor 13, 13). Christliche Hoffnung sagt im allerletzten nicht nur eine Modalit\u00e4t von Glaube und Liebe, solange das Vorl\u00e4ufige dauert, sondern ist auch die bleibende Wegr\u00e4umung des Vorl\u00e4ufigen auf die radikale und reine Unverf\u00fcgbarkeit Gottes hin, ist die st\u00e4ndige Zerst\u00f6rung des Scheins, die absolute und letzte Wahrheit sei das umgriffen Begriffene und die Liebe sei das durch unsere Liebe Bewirkte. Der Grund der Hoffnung ist der allgemeine Heilswille Gottes, der nur in der Hoffnung konkret gegenw\u00e4rtig und erreicht (aber nicht \u201cdurchschaut\u201d) wird. Materiales Objekt der Hoffnung ist nach der theololgischen Tradition die im Glauben schon vernommene Vergebung der S\u00fcnden, die Gnade sowohl als ungeschuldete und unverdienbare Rechtfertigung, aber auch als wirksame Hilfe zur Beharrung in diesem Gnadenstand, vor allem aber die endg\u00fcltige Anschauung Gottes als von Gott \u201cje mir\u201d und jedem \u201cN\u00e4chsten\u201d zugedachte Gaben. Ihre Gewi\u00dfheit findet die christliche Hoffnung in der Person Jesu Christi (vgl. Kol 1,27; 1 Tim 1, 1), an dem die gn\u00e4dige Annahme des menschlichen Schicksals und des Menschen \u00fcberhaupt durch Gott Geschichte geworden ist; gerade die darin geschehene Annahme (Umgestaltung) der menschlichen Geschichte als eines in dem Plan Gottes selbst enthaltenen \u201cMu\u00df\u201d, das in die endg\u00fcltige Neusch\u00f6pfung einm\u00fcndet, gibt der Hoffnung ihre \u201cRichtigkeit\u201d: Die Hoffnung h\u00e4lt die Erinnerung an die noch unabgegoltenen Verhei\u00dfungen Gottes wach, auf deren Erf\u00fcllung der Mensch zugeht, indem er an der innerweltlichen Zukunft arbeitet. Die christliche Hoffnung wird in der Praxis der innerweltlichen Hoffnungen und im erlittenen Vor\u00fcbergehen der \u201cGestalt der Welt\u201d einge\u00fcbt und vermittelt. Hoffnung ist daher die zentrale Kategorie einer auf Praxis zielenden Theologie (Politische Theologie). kthW","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?tag=hoffnung","name":"Hoffnung","slug":"hoffnung","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/9","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=9"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}