{"id":56,"count":2,"description":"Gebet ist die ausdr\u00fcckliche und positive Realisierung der Bezogenheit des Menschen auf den pers\u00f6nlichen Gott des Heiles; es verwirklicht also das Wesen des religi\u00f6sen Aktes schlechthin: das Sicheinlassen des Menschen auf die Transzendenz seines eigenen Wesens, damit das dem\u00fctige, empf\u00e4ngliche, verehrende Aufkommenlassen und antwortende Bejahen des totalen Angesprochenseins, die auch subjektiv unausweichliche Betroffenheit der menschlichen Existenz durch das Geheimnis Gottes als Person. Das Gebet ist eine Grundfunktion der Kirche, die die Nachfolge des alttestamentlichen Beters antritt (sie betet dessen Psalmen, ohne die diesen zugrunde liegenden geschichtlich-heilsgeschichtlichen Situationen mit der ihrigen zu verwechseln), und zugleich ihre spezifisch neutestamentlichen Heilssituation entgegennimmt. Die Kirche setzt dieses ihr Gebet schon immer gegen das eigent\u00fcmliche Gebet Jesu ab (insofern dieses ja Ausdruck und Ausflu\u00df seines einmaligen Selbstbewu\u00dftseins war), obwohl sie die Grundweise und Grundthematik ihres Betens aus dem Munde Jesu selbst entgegennahm: Vaterunser (Vaterschaft Gottes). Adressat des Gebetes der Kirche ist schon in fr\u00fchester Zeit neben dem Vater auch der Heilsmittler Jesus Christus selbst. Die sich aus dem theologischen Wesen des Gebetes ergebende und von der Kirche schon fr\u00fch bevorzugte Grundstimmung des Gebetes ist die Dankbarkeit; sie kommt in den Eucharistiegebeten (Eucharistie) zum Ausdruck und liegt letztlich auch den Doxologien (r\u00fchmendes Gebet) zugrunde. Ihr Bittgebet aber ist spezifiziert durch die immer schon vorher-vollzogene Entgegennahme der endg\u00fcltigen Zusicherung Gottes bez\u00fcglich der Weltvollendung und der darin geschehenden endg\u00fcltigen Erh\u00f6rung alles menschlichen Bittens (Mt 7,7-11 mit Parallelen; Jo 16,23f; 15,7.16). In der reflexen Glaubenslehre kennt die Kirche ein liturgisch-\u00f6ffentliches und ein \"privates\" Gebet; beide Formen erkl\u00e4rt sie als notwendig (vgl. Betrachtung). Insofern Gebet auch des Einzelnen Entgegennahme des Liebes- und Heilswillens Gottes ist, ist es auch Akt der Gnade; insofern aber ist es immer auch \"in Christo und der Kirche\" (Eph 3,21) und hat  darum immer auch schon ekklesiologischen Charakter. Wenn dieser auch als solcher nicht reflektiert wird, ist er doch dann wirksam, wenn um die Vergebung der Schuld, f\u00fcr die Verstorbenen, zu den Heiligen und um das personale Heil gebetet wird (Gemeinschaft der Heiligen). Unbeschadet der Tatsache, da\u00df man in der von Gott gewollten, die eigene kreat\u00fcrliche Bed\u00fcrftigkeit anerkennenden Sorge um sich selbst auch um das eigene Heil bitten darf und mu\u00df, hat das Gebet als Vollzug der g\u00f6ttlichen Tugenden eine Intentionalit\u00e4t, die bei Gott-in-sich und um seiner selbst willen m\u00fcndet. Gerade so eignet dem Gebet (wegen dieser Selbstvergessenheit, die letztlich nicht sich selbst zu behaupten sucht) auch eine recht verstandene Anthropozentrik; damit aber auch die objektive Verdienstlichkeit als \"gutes Werk\", als Heilsakt und als Gnadenwachstum, obwohl diese Verdienstlichkeit nicht erstes und umfassendes Motiv des Gebetes sein kann. Ebenso kommt dem Gebet eine Wirkung als Genugtuung zu. Als von Gottes Liebeswollen und Liebestat selbst getragene Bitte des Menschen um Gott ist das Gebet der Erh\u00f6rung absolut gewi\u00df, weil und insofern es alles andere au\u00dfer Gott nur dann will, wenn es sich nach Gottes bedingungslos angenommener Verf\u00fcgung in jenes Grundstreben nach Gott einf\u00fcgt. Somit ist auch die Weise der Erh\u00f6rung im richtigen Gebet der Verf\u00fcgung Gottes anheimgegeben. Insofern es Gebet des Glaubens in der Gnade Jesu Christi ist (ob dies reflex gewu\u00dft ist oder nicht) um das Heil, das in Jesus Christus offenbar und bleibend geworden ist, geschieht alles Gebet \"in Christi Namen\". kthW","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?tag=gebet","name":"Gebet","slug":"gebet","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/56","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=56"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}