{"id":54,"count":17,"description":"Die Taufe ist das erste und grundlegende Sakrament, das deswegen auch in engster Entsprechung zum katholischen Kirchenbegriff selbst verstanden werden mu\u00df. Es ist das Sakrament reinigender und heiligender Wiedergeburt (Jo 3,5; vgl. Ez 36,25f) im Geist und in der Gnade Jesu Christi durch die rechtlich-sakrale Eingliederung in die Kirche, in welcher das heilstiftende Leben Jesu Christi als der neue und zugleich urspr\u00fcnglichste Anfang der in Adam gefallenen Menschheit schon seine unzerst\u00f6rbare, sakramental-leibhaftige Gegenwart in der Welt gefunden hat. Diese Eingliederung in die sakramentale Leibhaftigkeit des Heils in den vom Geist Jesu beseelten und geheiligten Leib Jesu Christi, der die Kirche ist, ist unausl\u00f6schlich besiegelt (2 Kor 1,21f: Eph 4, 30) durch den Taufcharakter (sakramentaler Charakter), aufgrund dessen die Taufe nicht wiederholt werden kann. So verstanden, ist die Eingliederung in die Kirche auch die erste grundlegende Wirkung der Taufe (vgl. Kirchengliedschaft), zugleich aber (unter Voraussetzung der hinreichenden Disposition) das Medium zur Erlangung der F\u00fclle der Taufgnade: der rechtfertigenden Erneuerung des alten Menschen (Eph 4,22; Kol 1,10) in innerer Verg\u00f6ttlichung und Angleichung an Tod und Auferstehung Jesu Christi (R\u00f6m 6), kraft seines in der und durch die Kirche gegenw\u00e4rtigen Geistes, der darin erwirkten Tilgung aller S\u00fcnden und Nachlassung aller ewigen und zeitlichen S\u00fcndenstrafen (Eph 5,26). Da nur die Taufe die Wiedergeburt zu dem neuen Leben in Jesus Christus schenkt, kann an sich ohne sie dieses Leben nicht empfangen werden (Jo 3,5; Mk 16, 16); da sie es aber schenkt als Sakrament der urspr\u00fcnglich erschlie\u00dfenden Teilhabe an der Gemeinde Jesu (1 Kor 12,13) und dadurch der in deren geschichtlichen Sichtbarkeit gefa\u00dften Gnade, ist ihre Heilsnotwendigkeit eng an die allgemeine Heilsnotwendigkeit der Kirche selbst gebunden; darum gibt es auch analog zur Zugeh\u00f6rigkeit zur Kirche verschiedene Stufen realer Teilhabe an ihrer heilerschlie\u00dfenden Sakramentalit\u00e4t: in der sogenannten Blut- und Begierdetaufe. Die Bluttaufe (durch das Martyrium) rechtfertigt den Menschen als reale Teilhabe an der die Gegenwart des im Tode Christi gewirkten Heils bezeugenden Funktion der Kirche; die Begierdetaufe als das mit Liebesreue verbundene ausdr\u00fcckliche oder auch nur einschlie\u00dfliche Verlangen (Votum) nach dem Taufsakrament rechtfertigt dadurch, da\u00df der Mensch in diesem Verlangen seine ihm vorgegebene menschliche Natur in Glaube und Liebe frei bejaht und \u00fcbernimmt, insofern sie durch das Geheimnis der Menschwerdung eine objektive Hinordnung auf Jesus Christus selbst hat und damit als Konfiguration mit der heiligen menschlichen Natur Jesu Christi schon eine quasi-sakramentale Bedeutung hat. Gegen den Donatismus und gegen die Verfechter der Wiederholung der Ketzertaufe lehrt die Kirche, da\u00df an sich jedermann g\u00fcltig die sakramentale Taufe spenden kann. Die feierliche Taufe k\u00f6nnen freilich nur bestimmte Amtstr\u00e4ger der Kirche vornehmen: Bischof, Priester und Diakon. Der Taufritus greift das religi\u00f6se Ursymbol kultisch-heiliger Waschung (z.B. in der Johannes-Taufe, in der j\u00fcdischen Proselyten-Taufe, in den gnostischen Mysterienkulten, im Mand\u00e4ismus) auf, ohne da\u00df die mit ihm hier verbundene spezifische Idee \u00fcbernat\u00fcrlicher Wiedergeburt religionsgeschichtlich aus vorchristlichen Taufkulten abgeleitet werden k\u00f6nnte, wenn auch innerhalb des biblischen Bereiches die christliche Taufe als \u00fcberh\u00f6hende Vollendung der Johannes-Taufe (Bezeugung des Glaubens an den kommenden Messias) aufgefa\u00dft werden kann (vgl. Ez 36,25). Die g\u00fcltige, christliche Taufe geschieht durch Aufgie\u00dfen (bzw. Untertauchen oder Besprengen) mit nat\u00fcrlichem Wasser unter gleichzeitiger Bezeichnung der Taufhandlung (\u00abN. ich taufe dich - \u00bb), mit Anrufung der heiligsten Dreifaltigkeit (\u00ab - im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen\u00bb), in der Absicht (Intention), dasselbe zu tun, was die Kirche bei der Taufspendung tun will. Empfangen kann die Taufe jeder noch nicht Getaufte, auch das unm\u00fcndige Kind (wobei f\u00fcr die Taufe eines Kindes akatholischer oder apostatischer Eltern bestimmte Bedingungen erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, da das Kind ja in die Kirche hineingetauft werden soll). Vgl. Kindertaufe in \"kleines theologisches W\u00f6rterbuch\" (kthW).","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?tag=taufe","name":"Taufe","slug":"taufe","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/54","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=54"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}