{"id":24,"count":79,"description":"In der Lehre vom Begriff ist das Begreifen die erste T\u00e4tigkeit des Verstandes. Wir k\u00f6nnen es definieren als den Akt, durch welchen der Verstand die Wesenheit eines Dinges erfasst, ohne davon etwas zu bejahen oder zu verneinen. Im Unterschied zum Urteilen haben wir es bei der Denkt\u00e4tigkeit des Begreifens mit einem einfachen oder blossen Erfassen der Wesenheit eines Dinges zu tun, das heisst, hier wird \u00fcber das Objekt, das wir erfassen, noch keine Aussage gemacht, vor allem keine Aussage \u00fcber dessen wirkliche Existenz. Deshalb wird das Begreifen in der Sprache der Schule simplex apprehensio, einfache Erfassung, genannt.\r\n\t\r\nZum Wesen des Begriffs geh\u00f6rt, dass der Verstand in seiner ersten T\u00e4tigkeit, dem Begreifen, den Begriff bildet, der das einfachste Element des Denkens darstellt. Wir k\u00f6nnen vom Begriff (oft auch Idee genannt) folgende Definition geben: Der Begriff ist das vom Verstand ausgepr\u00e4gte, geistige Erkenntnisbild, worin der Verstand die Wesenheit eines Dinges erfasst. Das Erkenntnisbild ist ein Mittel zum Erkennen. Es verbindet Subjekt und Objekt miteinander und stellt dieses im Subjekt dar. Der Begriff ist ein geistiges Erkenntnisbild. Dadurch unterscheidet er sich vom Phantasiebild (phantasma), das sinnlicher Natur ist. Der Begriff ist ein vom Verstand ausgepr\u00e4gtes Erkenntnisbild. Die Sinne bilden keine Begriffe.\r\n\r\nIm Begriff erfasst der Verstand die Wesenheit (oder das Wesen) eines Dinges, die sogenannte Washeit (quidditas): das, was der Frage \"Was ist das?\" als Antwort entspricht, zum Beispiel: Das ist ein Tier. Der Begriffsinhalt wird durch Abstraktion gewonnen: Der Verstand l\u00f6st aus den Einzeldingen die Wesenheit los (= positive Abstraktion: etwas abstrahieren), indem er von den individuellen Merkmalen, von den Akzidentien, absieht (= negative Abstraktion: von etwas abstrahieren). In dieser Weise abstrahiert er beispielsweise aus den einzelnen Menschen die Wesenheit \u201evernunftbegabtes Sinnenwesen\u201c, indem er Eigenschaften wie Gr\u00f6sse, Hautfarbe, Geschlecht, Alter usw. ausser Betracht l\u00e4sst. Der Begriff enth\u00e4lt somit nur die vielen Dingen gemeinsame Wesenheit und sieht von den individuellen Merkmalen ab. Deshalb kann er von einer Vielheit von Dingen ausgesagt werden, zum Beispiel  \"vernunftbegabtes Sinnenwesen\" von allen menschlichen Individuen.\r\n\r\nUnter dem Begriffsinhalt verstehen wir die Gesamtheit der Merkmale, die einen Begriff ausmachen (z.B. beim Begriff \u201eMensch\u201c die Merkmale Substanz = in sich existierendes Wesen, k\u00f6rperlich, belebt, sinnbegabt, vernunftbegabt bzw. vernunftbegabtes Sinnenwesen). Als Begriffsumfang bezeichnen wir die Gesamtheit der Tr\u00e4ger, denen ein Begriff zukommt (beim Begriff \u201eMensch\u201c alle menschlichen Individuen). Zwischen Begriffsinhalt und Begriffsumfang besteht folgende Beziehung: Je gr\u00f6sser der Begriffsinhalt ist, desto kleiner ist der Begriffsumfang und umgekehrt. Anders formuliert: Begriffsinhalt und Begriffsumfang stehen zueinander im umgekehrten Verh\u00e4ltnis.\r\n \r\nAus dem Buch \u201eVon der Philosophie f\u00fcrs Leben lernen\u201c, Kapitel \u201eDas Wesen des Begriffs\u201c, Seite 40 ff, Dr. Gion Darms, 2012","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?tag=begriff","name":"Begriff","slug":"begriff","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/24","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=24"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}