{"id":120,"count":47,"description":"Freiheit des Menschen ist notwendig Gegenstand der Anthropologie, sowohl der philosophischen wie der theologischen. Grunds\u00e4tzlich ist der Mensch dadurch von allem anderen in seiner Umwelt unterschieden, da\u00df er nicht in einem universalen Naturzusammenhang eingespannt \"existiert\" in einer durchg\u00e4ngigen und restlosen Determinierung seines Wesensvollzugs, sondern ins \"Offene\" gesetzt ist. Es ist ihm somit aufgegeben, selbst die verschiedenen geschichtlichen M\u00f6glichkeiten seiner selbst zu verwirklichen (durch Arbeit usw.) und darin seine Wesensauspr\u00e4gung zu finden (individuell und als Gattung Mensch). Verzicht auf diese Freiheit w\u00e4re also Verzicht auf dieses Wesenskonstitutivum des Menschen und also letztlich Selbstaufgabe. Der Mensch mu\u00df jenen Auftrag zur personalen Freiheit \u00fcbernehmen; die in dieser begr\u00fcndete \"positive\" Freiheit (n\u00e4mlich die \"Freiheit zu...\") bringt ihrerseits eine \"negative Freiheit\" mit sich: die freie M\u00f6glichkeit des Menschen, dies oder das zu tun, dies oder jenes zu unterlassen. Im Vollzug seiner je personalen Freiheit trifft der einzelne Mensch auf wiederum je freie \"Selbstst\u00e4ndigkeiten\", die sich seinen eigenen Absichten gegen\u00fcber \u00f6ffnen oder verschlie\u00dfen k\u00f6nnen; dadurch kann nicht die Freiheit des Menschen selbst, wohl aber der Freiheitsraum und so ihre Objektivierung eingeschr\u00e4nkt werden. Die mit der geistigen Personalit\u00e4t des Menschen gegebene \"Wahlfreiheit\" ist auch die von der Offenbarung best\u00e4tigte Voraussetzung f\u00fcr das Wesen der Schuld (siehe S\u00fcnde) und wird auch in der glaubenden und liebenden Annahme der Rechtfertigung und in jedem Heilsakt vollzogen. Die Existenz der Freiheit und ihr Vollzug in S\u00fcnde und Heilsakt ist definierte Glaubenswahrheit. Freiheit ist also zun\u00e4chst eine transzendentale Eigent\u00fcmlichkeit des Seins \u00fcberhaupt, die einem Seienden im Ma\u00df seiner Seinsh\u00f6he zukommt, und hei\u00dft dort Freiheit schlechthin, wo die Seinsh\u00f6he geistiger Person erreicht ist: als selbstverantwortliche Selbstverf\u00fcgung, und das gerade auch Gott selbst gegen\u00fcber, weil die Abh\u00e4ngigkeit von ihm (anders als bei innerweltlicher Urs\u00e4chlichkeit) gerade die Begabung mit freiem Selbstand bedeutet. Diese geschaffene Freiheit ist in der faktischen Ordnung gewollt als die Erm\u00f6glichung der personalen freien Selbstmitteilung Gottes an einen freien Partner in einem beiderseits freien Dialog. Ein vom Wesen der Liebe Gottes und des daf\u00fcr notwendigen Partners her entwickelter Begriff der existentiellen Wahlfreiheit als wesenhafter W\u00fcrde der Person bildet die Grundlage f\u00fcr die Lehre von der richtig verstandenen Gewissensfreiheit, von Recht auf den n\u00f6tigen \"Raum\" zur konkreten Realisation der Freiheit gegen\u00fcber aller zwanghaften Aufhebung oder ungeb\u00fchrlichen Einschr\u00e4nkung dieses Raumes durch die Macht gesellschaftlicher M\u00e4chte des Staates und der Kirche (siehe Toleranz, Emanzipation). Als theologischer Begriff im engeren Sinn (innerhalb der theologischen Anthropologie) ist die \"Freiheit der Kinder Gottes\" Grundkerygma der Botschaft Jesu Christi (R\u00f6m 8, 15). Es handelt sich dort um die Freiheit als Frucht der Erl\u00f6sung in Jesus Christus und als Entfaltung des von ihm gegebenen Geistes. Diese christliche Freiheit besagt die Befreiung von der bestimmenden Macht der S\u00fcnde, der \u00e4u\u00dferlichen Gesetzlichkeit und des Todes und damit von der Sklaverei unter den welthaften Gewalten \u00fcberhaupt. Positiv bedeutet sie die geistgeschenkte und von oben entbundene Lebendigkeit des Herzens, die aus der Offenbarung und Mitteilung der erl\u00f6senden Liebe Gottes in Jesus Christus erw\u00e4chst und die ihre eigentliche Grundform in der Liebe hat als der \"gro\u00dfen Gnadengabe\". Diese bedeutet sowohl offene, vertrauende Freiheit zum Vater als auch - im Geist der erl\u00f6senden Liebe Gottes - liebende N\u00e4he zu allem Geschaffenen, zu allen Menschen und vorz\u00fcglich zu allen \"M\u00fchseligen und Beladenen\". Diese befreite Freiheit ist verk\u00fcndet und durch Gottes Gabe in Jesus Christus als \"Angeld\" (R\u00f6m 8,23) grundgelegt und begonnen, sie steht jedoch noch unter den verh\u00fcllenden und gef\u00e4hrdenden Bedingungen des irdischen Daseins. Darin ist sie vielf\u00e4ltig in der Gefahr, zum Vorwand von Selbstsucht und Ausschweifung zu dienen (Gal 5,13). Die christliche Freiheit ist ihrem Wesen nach eschatologisch (endzeitlich) bestimmt: schon wirklich begonnen, mu\u00df sie doch mit der ganzen  Sch\u00f6pfung harren in Geduld, endg\u00fcltig und vollends von der Knechtschaft erl\u00f6st zu werden in die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes (R\u00f6m 8,21), in welche unsere durch Jesus Christus befreite Freiheit hineinm\u00fcnden soll. kthW","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?tag=freiheit","name":"Freiheit","slug":"freiheit","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/120","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=120"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}