{"id":111,"count":3,"description":"B\u00f6se, Bosheit\r\nDas B\u00f6se ist eigentlich verursacht durch die je freie Willensentscheidung eines Gesch\u00f6pfes, das sich mit einer solchen freien Entscheidung in Widerspruch zu dem Guten (Gott, Daseinszweck, Lebensziel) setzt (siehe S\u00fcnde), so da\u00df das B\u00f6se ohne das Gute nicht gedacht werden kann. Das B\u00f6se ist nicht nur Mangel an Gutem, sondern ausdr\u00fccklich entschiedene Verneinung des Guten. Es hat also keine Eigenwirklichkeit in sich, ist kein Gott gegen\u00fcberstehendes Urwesen (gnostisch-manich\u00e4ischer Dualismus), sondern die von Gott zugelassene geheimnisvolle M\u00f6glichkeit des freien Gesch\u00f6pfes (Mysterium iniquitatis), den aus G\u00fcte geschehenen Anfang und den gn\u00e4dig verf\u00fcgten Sinn der Gesch\u00f6pflichkeit zu \u00fcbersehen, den hinter der personalen Freiheit stehenden Anruf dessen, der sich ein freies Gegen\u00fcber geschaffen hat, zu \u00fcberh\u00f6ren, sich zu verweigern und in diesem Missverh\u00e4ltnis, d.i. im B\u00f6sen, zu verharren. Eine solche Auflehnung (Urauflehnung) geschah nach katholischer Lehre von seiten bereits der ersten Menschen (siehe Urs\u00fcnde). In dieser ersten S\u00fcnde zeichnet sich schon das Grund\"wesen\" des B\u00f6sen ab: die Autonomisierung des Gesch\u00f6pfes (und der ganzen Sch\u00f6pfung) gegen\u00fcber dem Sch\u00f6pfer, die Umbettung des Laufs der Welt nicht mehr in Richtung der sch\u00f6pferisch-schenkenden Liebe ihres Anfangs, sondern auf Vollendung in sich selbst. Darum kann die Wirksamkeit des B\u00f6sen in dieser Welt nicht so sehr an Unordnung und Zerst\u00f6rung abgelesen werden, sondern eher an innerweltlich versuchter und erarbeiteter Selbstgen\u00fcgsamkeit des einzelnen Menschen, der V\u00f6lker, der Welt als ganzer. Das Ende der Macht des B\u00f6sen ist verk\u00fcndet und eingeleitet worden durch die in Jesus Christus geschehene Errichtung der Basileia Gottes in dieser Welt. Dadurch ist die urspr\u00fcngliche Akzeptierung des Menschen in Jesus Christus (siehe Christozentrik), des Partners Gottes, als machtvoll selbst die S\u00fcnde \u00fcbergreifend erwiesen und somit nicht nur dem je einzelnen Menschen, der durch seine eigene S\u00fcnde das in der Urs\u00fcnde gewollte B\u00f6se ratifiziert hat, die Umkehr unter die Herrschaft Gottes erm\u00f6glicht und mindestens im Ganzen der Menschheit durch die Macht der Gnade durchgesetzt, sondern auch dort, wo die menschlich-geschichtliche Entscheidung des Menschen zwischen Gut und B\u00f6se f\u00e4llt - also inmitten der Welt -, die liebende Verf\u00fcgung Gottes \u00fcber seine Sch\u00f6pfung zur greifbaren, geschichtlichen Macht geworden. Bosheit ist die Einstellung des menschlichen Verstehens und Wollens, die das B\u00f6se nicht so sehr aus menschlicher Schw\u00e4che (Unwissenheit, Blindheit, Willensschw\u00e4che) sucht, sondern mehr um seiner selbst willen mit \u00dcberlegung, Entschlossenheit, Heimt\u00fccke, Unbarmherzigkeit, Verachtung Gottes. kthW","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?tag=boese","name":"B\u00f6se","slug":"boese","taxonomy":"post_tag","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags\/111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/tags"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/taxonomies\/post_tag"}],"wp:post_type":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts&tags=111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}