{"id":9591,"date":"2019-01-01T19:15:52","date_gmt":"2019-01-01T18:15:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591"},"modified":"2019-01-18T10:39:43","modified_gmt":"2019-01-18T09:39:43","slug":"gute-politik-steht-im-dienste-des-friedens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591","title":{"rendered":"Gute Politik steht im Dienste des Friedens"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Botschaft von Papst Franziskus zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Januar 2019<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Generalaudienz-mit-Papst-Franziskus-am-19.-Dezember-2018.jpg\" alt=\"L'Osservatore Romano\" class=\"wp-image-9597\" width=\"403\" height=\"259\"\/><figcaption>Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 19. Dezember 2018<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"> <em>1. \u201eFriede diesem Haus!\u201c<\/em> <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Jesus seine J\u00fcnger aussandte, sagte er zu ihnen: \u00bbWenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird euer Friede auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zur\u00fcckkehren\u00ab (<em>Lk <\/em>10,5-6). Frieden zu bringen steht im Mittelpunkt der Sendung der J\u00fcnger Christi. Und dieses Angebot richtet sich an alle, M\u00e4nner und Frauen, die inmitten der Dramen und Gewalttaten der Menschheitsgeschichte auf Frieden hoffen.<span id='easy-footnote-1-9591' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591#easy-footnote-bottom-1-9591' title='Vgl. &lt;em&gt;Lk&lt;\/em&gt; 2,14: \u00bbEhre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.\u00ab'><sup>1<\/sup><\/a><\/span> Das \u201eHaus\u201c, von dem Jesus spricht, ist jede Familie, jede Gemeinschaft, jedes Land, jeder Kontinent, mit der jeweiligen Einzigartigkeit und Geschichte; gemeint ist insbesondere jeder Mensch, ohne Unterschiede und Diskriminierungen. Es geht dabei auch um unser \u201egemeinsames Haus\u201c, um den Planeten, den Gott uns als Lebensraum zugewiesen hat und f\u00fcr den wir achtsam Sorge tragen sollen. So soll dies auch mein Wunsch zu Beginn des neuen Jahres sein: \u201eFriede diesem Haus!\u201c<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"> <em>2. Die Herausforderung guter Politik <\/em> <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Friede ist der Hoffnung \u00e4hnlich, \u00fcber die der Dichter Charles P\u00e9guy sagt,<span id='easy-footnote-2-9591' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591#easy-footnote-bottom-2-9591' title='Vgl. &lt;em&gt;Le Porche du myst\u00e8re de la deuxi\u00e8me vertu&lt;\/em&gt;, Paris 1986 (Orig. 1911).'><sup>2<\/sup><\/a><\/span> sie sei wie eine zarte Blume, die versucht, mitten unter den Steinen der Gewalt aufzugehen. Wir wissen, dass ein Machtstreben um jeden Preis zu Missbrauch und Ungerechtigkeit f\u00fchrt. Die Politik ist ein grundlegendes Mittel, um ein Gemeinwesen aufzubauen und das Tun des Menschen zu f\u00f6rdern; aber wenn sie von den Verantwortlichen nicht als Dienst an der menschlichen Gemeinschaft verstanden wird, kann sie zu einem Instrument der Unterdr\u00fcckung und Ausgrenzung, ja sogar der Zerst\u00f6rung werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbWer der Erste sein will\u00ab, sagt Jesus, \u00bbsoll der Letzte von allen und der Diener aller sein\u00ab (<em>Mk<\/em> 9,35). So hob auch Papst Paul VI. hervor: \u00bbNimmt man den Bereich des Politischen auf seinen verschiedenen Ebenen \u2013 \u00f6rtlich, regional, national und auf Weltebene \u2013 wirklich ernst, dann muss man zugeben, dass jeder einzelne Mensch die Pflicht hat, die konkrete Wirklichkeit und die Bedeutung der ihm verliehenen Entscheidungsfreiheit anzuerkennen und darum bem\u00fcht zu sein, in gleicher Weise das Wohl der Stadt, der Nation und der Menschheit zu verwirklichen.\u00ab<span id='easy-footnote-3-9591' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591#easy-footnote-bottom-3-9591' title='Apostolisches Schreiben &lt;em&gt;Octogesima adveniens&lt;\/em&gt; (14. Mai 1971), 46.'><sup>3<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tat stellen die politische Funktion und Verantwortung eine st\u00e4ndige Herausforderung f\u00fcr alle dar, die das Mandat erhalten, ihrem Land zu dienen, die dort lebenden Menschen zu sch\u00fctzen und Voraussetzungen f\u00fcr eine w\u00fcrdige und gerechte Zukunft zu schaffen. Wenn sie sich in grundlegender Achtung des Lebens, der Freiheit und der W\u00fcrde des Menschen vollzieht, kann die Politik wirklich zu einer hervorragenden Form der N\u00e4chstenliebe werden. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"> <em>3. N\u00e4chstenliebe und menschliche Tugenden f\u00fcr eine Politik im Dienste der Menschenrechte und des Friedens<\/em> <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Papst Benedikt XVI. erinnerte daran, dass \u00bbjeder Christ [\u2026] zu dieser N\u00e4chstenliebe aufgerufen [ist], in der Weise seiner Berufung und entsprechend seinen Einflussm\u00f6glichkeiten in der Polis. [\u2026] Wenn der Einsatz f\u00fcr das Gemeinwohl von der Liebe beseelt ist, hat er eine h\u00f6here Wertigkeit als der nur weltliche, politische. [\u2026] Wenn das Handeln des Menschen auf Erden von der Liebe inspiriert und unterst\u00fctzt wird, tr\u00e4gt es zum Aufbau jener universellen Stadt Gottes bei, auf die sich die Geschichte der Menschheitsfamilie zubewegt.\u00ab<span id='easy-footnote-4-9591' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591#easy-footnote-bottom-4-9591' title='Enzyklika &lt;em&gt;Caritas in veritate&lt;\/em&gt; (29. Juni 2009), 7.'><sup>4<\/sup><\/a><\/span> Dies ist ein Programm, in dem sich alle Politiker unabh\u00e4ngig von ihrer kulturellen oder religi\u00f6sen Zugeh\u00f6rigkeit wiederfinden k\u00f6nnen, die gemeinsam f\u00fcr das Wohl der Menschheitsfamilie arbeiten wollen, indem sie die menschlichen Tugenden praktizieren, die einem guten politischen Handeln zugrunde liegen: Gerechtigkeit, Gleichheit, gegenseitiger Respekt, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Treue.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Zusammenhang verdienen es die\n\u201eSeligpreisungen des Politikers\u201c, in Erinnerung gerufen zu werden, die vom 2002\nverstorbenen vietnamesischen Kardinal Fran\u00e7ois-Xavier Nguy\u1ec5n V\u00e3n Thu\u1eadn stammen,\nder ein treuer Zeuge des Evangeliums war:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Selig der Politiker, der ein seiner Rolle entsprechendes Bewusstsein und Gewissen hat. <\/li><li>Selig der Politiker, der als Person glaubw\u00fcrdig ist.<\/li><li>Selig der Politiker, der f\u00fcr das Gemeinwohl arbeitet und nicht f\u00fcr seine eigenen Interessen.<\/li><li>Selig der Politiker, der koh\u00e4rent bleibt. <\/li><li>Selig der Politiker, der Einheit schafft. <\/li><li>Selig der Politiker, der sich f\u00fcr die Verwirklichung radikalen Wandels einsetzt.<\/li><li>Selig der Politiker, der zuh\u00f6ren kann.<\/li><li>Selig der Politiker, der keine Angst hat.<span id='easy-footnote-5-9591' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591#easy-footnote-bottom-5-9591' title='Vgl. Ansprache anl\u00e4sslich der Konferenz und Ausstellung \u201eCivitas\u201c in Padua: \u201e30giorni\u201c, Nr. 5\/2002.'><sup>5<\/sup><\/a><\/span> <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jede Wahl von Amtstr\u00e4gern, jede Amtsperiode, jede Phase des \u00f6ffentlichen Lebens ist eine Gelegenheit, zur Quelle und zu den Bezugspunkten zur\u00fcckzukehren, die die Gerechtigkeit und das Recht inspirieren. Wir sind davon \u00fcberzeugt: Gute Politik steht im Dienste des Friedens; sie achtet und f\u00f6rdert die grundlegenden Menschenrechte, die ebenso gegenseitige Pflichten sind, damit ein Band des Vertrauens und der Dankbarkeit zwischen gegenw\u00e4rtigen und kommenden Generationen gekn\u00fcpft werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>4. Die Laster der Politik<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den Tugenden gibt es leider auch in der Politik Laster, die sowohl auf mangelnde pers\u00f6nliche Eignung wie auch auf Missst\u00e4nde im Umfeld und in den Institutionen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Es ist allen klar, dass die Laster der Politik die Glaubw\u00fcrdigkeit der Systeme, in denen sie stattfindet, sowie die Autorit\u00e4t, die Entscheidungen und das Handeln der Menschen, die sich dort einsetzen, untergraben. Diese Laster schw\u00e4chen das Ideal einer echten Demokratie, sie sind die Schande des \u00f6ffentlichen Lebens und gef\u00e4hrden den sozialen Frieden: Korruption \u2013 in ihren vielen Formen der Veruntreuung von \u00f6ffentlichem Eigentum oder der Instrumentalisierung von Menschen \u2013, Rechtsverweigerung, Missachtung von Gemeinschaftsregeln, illegale Bereicherung, Rechtfertigung der Macht durch Gewalt oder unter dem willk\u00fcrlichen Vorwand der \u201eStaatsr\u00e4son\u201c, der Hang zum Machterhalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, die Weigerung, achtsam mit der Erde umzugehen, eine unbegrenzte Ausbeutung der nat\u00fcrlichen Ressourcen f\u00fcr den unmittelbaren Profit und die Verachtung f\u00fcr die, die zu einem Leben in der Fremde gezwungen sind. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>5. Gute Politik f\u00f6rdert die Beteiligung junger Menschen und das Vertrauen in andere<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Aus\u00fcbung der politischen Macht einzig auf die Wahrung der Interessen bestimmter privilegierter Personen abzielt, wird die Zukunft beeintr\u00e4chtigt; junge Menschen stehen in Gefahr, ihr Vertrauen zu verlieren, weil sie dazu verurteilt sind, am Rande der Gesellschaft zu bleiben, und keine M\u00f6glichkeit haben, die Zukunft mitzugestalten. Wenn die Politik hingegen in der F\u00f6rderung junger Talente und Berufungen, die nach Verwirklichung streben, einen konkreten Ausdruck findet, wird der Frieden in den Gewissen wachsen und auch auf den Gesichtern sichtbar sein. Es kommt zu einem dynamischen Vertrauen im Sinne von: Ich vertraue dir und glaube mit dir an die M\u00f6glichkeit, gemeinsam f\u00fcr das Gemeinwohl zu arbeiten. Politik dient dem Frieden, wenn sie sich in der Anerkennung der Charismen und F\u00e4higkeiten eines jeden Menschen ausdr\u00fcckt. \u00bbWas gibt es sch\u00f6neres als eine hingereichte Hand? Sie ist von Gott, um zu geben und zu empfangen. Gott hat nicht gewollt, dass sie t\u00f6tet (vgl. <em>Gen<\/em> 4,1ff) oder dass sie leiden l\u00e4sst, sondern dass sie sorgt und zu leben hilft. Neben dem Herzen und dem Verstand kann auch die Hand zu einem Werkzeug des Dialogs werden.\u00ab<span id='easy-footnote-6-9591' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591#easy-footnote-bottom-6-9591' title='Benedikt XVI., Ansprache bei der Begegnung mit den Mitgliedern der Regierung, Vertretern der staatlichen Institutionen, mit dem Diplomatischen Korps und mit den Vertretern der wichtigsten Religionen in Benin, Cotonou, 19. November 2011.'><sup>6<\/sup><\/a><\/span> Jeder kann mit seinem eigenen Stein einen Beitrag zum Bau des gemeinsamen Hauses erbringen. Echte Politik, die sich auf Recht und ehrlichen Dialog zwischen den Personen gr\u00fcndet, entsteht immer neu aus der \u00dcberzeugung heraus, dass mit jeder Frau, jedem Mann und jeder Generation die Hoffnung auf neue relationale, intellektuelle, kulturelle und spirituelle M\u00f6glichkeiten verbunden ist. Ein solches Vertrauen ist nie einfach, denn menschliche Beziehungen sind komplex. So leben wir momentan in einem Klima des Misstrauens, das in der Angst vor dem anderen oder Fremden, in der Angst vor dem Verlust der eigenen Vorteile wurzelt und sich leider auch auf politischer Ebene durch eine Haltung der Abschottung oder des Nationalismus manifestiert, die jene Br\u00fcderlichkeit in Frage stellen, die unsere globalisierte Welt so dringend braucht. Unsere Gesellschaften brauchen heute mehr denn je \u201eGestalter des Friedens\u201c, die authentische Botschafter und Zeugen Gottes des Vaters sein k\u00f6nnen, der das Wohl und das Gl\u00fcck der Menschheitsfamilie will. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>6. Nein zum Krieg und zur Strategie der Angst<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs an die jungen Menschen, die bei diesen K\u00e4mpfen starben, und an die gequ\u00e4lte Zivilbev\u00f6lkerung denken, verstehen wir heute besser als gestern die schreckliche Lehre aus den Bruderkriegen, dass n\u00e4mlich Frieden sich niemals auf das blo\u00dfe Gleichgewicht der Kr\u00e4fte und der Angst beschr\u00e4nken kann. Den anderen zu bedrohen bedeutet, ihn zum blo\u00dfen Objekt zu machen und ihm seine W\u00fcrde abzusprechen. Aus diesem Grund bekr\u00e4ftigen wir, dass die Eskalation von Einsch\u00fcchterung wie auch die unkontrollierte Verbreitung von Waffen gegen die Moral und das Bem\u00fchen um wirkliche Eintracht versto\u00dfen. Der Terror gegen die Schw\u00e4chsten tr\u00e4gt dazu bei, dass ganze Bev\u00f6lkerungsgruppen auf der Suche nach Orten des Friedens ins Exil gehen. Nicht tragbar sind politische Diskurse, welche die Migranten aller \u00dcbel beschuldigen und den Armen die Hoffnung nehmen. Stattdessen muss betont werden, dass der Frieden auf der Achtung jedes Menschen unabh\u00e4ngig von seiner Geschichte, auf der Achtung des Gesetzes und des Gemeinwohls sowie der uns anvertrauten Sch\u00f6pfung und des reichen sittlichen Erbes fr\u00fcherer Generationen beruht.  Wir denken insbesondere auch an die Kinder, die in den derzeitigen Konfliktgebieten leben, und an all diejenigen, die sich f\u00fcr den Schutz ihres Lebens und ihrer Rechte einsetzen. In der Welt ist jedes sechste Kind von der Gewalt des Krieges oder ihren Folgen betroffen, wenn es nicht sogar selbst Soldat oder Geisel bewaffneter Gruppen wird. Das Zeugnis derer, die sich f\u00fcr die Achtung der Kinder und die Verteidigung ihrer W\u00fcrde einsetzen, ist \u00e4u\u00dferst wertvoll f\u00fcr die Zukunft der Menschheit. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>7. Ein gro\u00dfes Friedensprojekt<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesen Tagen feiern wir den siebzigsten Jahrestag der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte, die nach dem Zweiten Weltkrieg verabschiedet wurde. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an eine Feststellung von Papst Johannes XXIII.: \u00bbWenn aber in einem Menschen das Bewusstsein seiner Rechte erwacht, so ist es notwendig, dass in ihm auch das Bewusstsein seiner Pflichten erwacht, sodass dem, der gewisse Rechte hat, in gleicher Weise die Pflicht innewohnt, seine Rechte als Zeichen seiner W\u00fcrde einzufordern; den anderen aber wohnt die Pflicht inne, diese Rechte anzuerkennen und zu achten.\u00ab<span id='easy-footnote-7-9591' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.ifit.li\/?p=9591#easy-footnote-bottom-7-9591' title='Enzyklika Pacem in terris (11. April 1963), 24.'><sup>7<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Frieden ist in der Tat das Ergebnis eines gro\u00dfen\npolitischen Projekts, das auf der gegenseitigen Verantwortung und der\nwechselseitigen Abh\u00e4ngigkeit der Menschen beruht. Aber er ist auch eine\nHerausforderung, der man sich Tag f\u00fcr Tag stellen muss. Frieden ist eine\nBekehrung von Herz und Seele, und es ist leicht, drei untrennbare Dimensionen\ndieses inneren und gemeinschaftlichen Friedens auszumachen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li> Frieden mit sich selbst: Unnachgiebigkeit, Wut und Ungeduld zur\u00fcckweisen und \u2013 wie der heilige Franz von Sales riet \u2013 \u201eein wenig Sanftmut an sich selbst\u201c \u00fcben, um \u201eanderen ein wenig Sanftmut\u201c zu erweisen; <\/li><li>Frieden mit dem anderen: mit dem Familienangeh\u00f6rigen, dem Freund, dem Fremden, dem Armen, dem Leidenden &#8230;; den Mut haben, ihnen zu begegnen, und ihrer Botschaft zuh\u00f6ren. <\/li><li>Frieden mit der Sch\u00f6pfung: die Gr\u00f6\u00dfe des Geschenks Gottes und seinen Teil der Verantwortung wiederentdecken, der jedem von uns als Bewohner der Welt, als B\u00fcrger und Gestalter der Zukunft aufgegeben ist.  <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Friedenspolitik, die um die menschlichen Schw\u00e4chen wei\u00df und sich ihrer annimmt, kann immer aus dem Geist des <em>Magnifikats<\/em> sch\u00f6pfen, das Maria, die Mutter Christi, des Erl\u00f6sers, und die K\u00f6nigin des Friedens, im Namen aller Menschen singt: \u00bbEr erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht \u00fcber alle, die ihn f\u00fcrchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er st\u00fcrzt die M\u00e4chtigen vom Thron und erh\u00f6ht die Niedrigen [\u2026] und denkt an sein Erbarmen, das er unseren V\u00e4tern verhei\u00dfen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig\u00ab (<em>Lk<\/em> 1,50-55).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Aus dem Vatikan, am 8. Dezember 2018<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Franziskus<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Hinweise und Quellen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/papa-francesco_20181208_messaggio-52giornatamondiale-pace2019.html#_ftn5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Botschaft des Papstes Franziskus zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Januar 2019 (opens in a new tab)\">Botschaft des Papstes Franziskus zur Feier des Weltfriedenstages am 1. 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