{"id":12587,"date":"2025-10-04T16:28:04","date_gmt":"2025-10-04T14:28:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12587"},"modified":"2025-10-16T17:20:04","modified_gmt":"2025-10-16T15:20:04","slug":"was-macht-die-menschenwuerde-unantastbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12587","title":{"rendered":"Was macht die Menschenw\u00fcrde unantastbar?"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Die Theologie Joseph Ratzingers als bleibende Quelle der Inspiration<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-red-background-color has-background wp-block-paragraph\"><strong><em>Kurt Kardinal Koch: &#171;Das Symposium will sich der Aufgabe stellen, die schwerwiegenden anthropologischen Problemstellungen der heutigen Zeit mit Hilfe der theologischen Perspektiven von Joseph Ratzinger \/ Benedikt XVI. zu bedenken und L\u00f6sungswege aufzuzeigen.&#187;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"LIVE: Symposium des Sch\u00fclerkreises und des Neuen Sch\u00fclerkreises Joseph Ratzinger\/Papst Benedikt XVI.\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/KChz_AMai2M?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.neuer-schuelerkreis.com\/romtagung-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Symposium des Sch\u00fclerkreises und des Neuen Sch\u00fclerkreises Joseph Ratzinger\/Papst Benedikt XVI.<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">1. Begr\u00fc\u00dfung und Einleitung&nbsp;von <em><strong>Kurt Kardinal Koch, Rom<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">\u201eWas macht die Menschenw\u00fcrde unantastbar?<strong>\u201c<\/strong><\/h4>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"698\" height=\"499\" src=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Kurt-Kardinal-Koch-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12609\" srcset=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Kurt-Kardinal-Koch-1.png 698w, https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Kurt-Kardinal-Koch-1-300x214.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Transkript<\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darf ich auch in diesem Jahr zu unserem Symposium Sie herzlich begr\u00fc\u00dfen, liebe Teilnehmer hier im Saal und bei <a href=\"https:\/\/www.horeb.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Radio Horeb<\/a> und Fernsehen <a href=\"https:\/\/ewtn.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EWTN<\/a>, denen ich bereits an dieser Stelle f\u00fcr die wiederum kompetente \u00dcbertragung einen besonderen Dank sage. Unter dem Titel \u00abWas macht die Menschenw\u00fcrde unantastbar?\u00bb stellen wir uns ebenso wichtigen wie herausfordernden Fragen. Stichworte wie bioethische Probleme, Transhumanismus und k\u00fcnstliche Intelligenz, Gender und Geschlecht dokumentieren, dass viele Herausforderungen in der heutigen Gesellschaft ihren Grund in einer tiefgreifenden Krise des Menschenbildes haben, die verschiedene Facetten aufweist. Bereits in seiner Silvesterpredigt im Jahre 1980 hat Kardinal Josef Ratzinger beispielsweise seine \u00dcberzeugung ausgedr\u00fcckt, ich zitiere, \u00bbDer Kampf um den Menschen wird heute weitgehend als Kampf f\u00fcr oder gegen die Familie ausgetragen.\u00ab Und er hat, wie sooft, mit seiner prophetischen Diagnose im Laufe der Zeit mehr als Recht bekommen. Da die anthropologische Krise der heutigen Zeit aber sehr gravierend ist, gilt es tiefgreifend anzusetzen. Den innersten Infekt dieser Krise kann man ausgesprochen finden in Felix Timmermans Roman \u00bbPallieter\u00ab. Darin steht ein junger Mann im Mittelpunkt, der sich unter einem Baum aufh\u00e4lt und sich an den Sonnenstrahlen freut, die in den Bl\u00e4ttern spielen. Da kommt jemand vorbei und fragt ihn, \u00bbWas machst du?\u00ab Auf diese banale Frage antwortet Pallieter knapp und pr\u00e4zise zugleich: \u00bbIch bin.\u00ab In dieser Szene scheint mir die Grundstimmung in der heutigen gesellschaftlichen Lebenswelt gut wiedergegeben zu sein. Weil die Menschen offenbar immer etwas machen m\u00fcssen und auch machen wollen, heisst die im Vordergrund stehende chronische Frage \u00bbWas machst du?\u00ab Wir Menschen heute verstehen uns sehr gut auf das Machen. Nur das, was wir selbst machen k\u00f6nnen, verstehen wir aus dem Grunde. Mit diesem philosophischen Grundsatz hat bereits Immanuel Kant das Selbstverst\u00e4ndnis des neuzeitlichen Menschen auf den Begriff gebracht. In der neuzeitlichen Anthropologie ist die Frage nach dem Wesen des Menschen vor allem ersetzt worden durch deren Beantwortung mit dem Handeln des Menschen. In allen Variationen des modernen Selbstverst\u00e4ndnisses, in der idealistischen genauso wie in der materialistischen, in der existenzialistischen genauso wie in der positivistischen, versteht sich der neuzeitliche Mensch als das prinzipiell weltoffene Wesen, das durch sein Handeln die Welt entdeckt und seine Identit\u00e4t findet. Eng damit zusammenh\u00e4ngt, dass in dieser anthropologischen Sicht die religi\u00f6se Dimension des Menschseins des Menschen wenn \u00fcberhaupt blo\u00df als ein Epiph\u00e4nomen betrachtet zu werden pflegt, das unter Umst\u00e4nden auch vernachl\u00e4ssigt werden kann. Das christlich-theologische Menschenbild geht demgegen\u00fcber von der Grund\u00fcberzeugung aus, dass die religi\u00f6se Dimension konstitutiv zum Menschsein des Menschen geh\u00f6rt, sodass man den Menschen ohne seine religi\u00f6sen Bez\u00fcge, ohne Transzendenzbezug gar nicht ad\u00e4quat verstehen kann. Christliche Theologie ist deshalb um den Aufweis bem\u00fcht, dass die Weltoffenheit des Menschen, die im Mittelpunkt der neuzeitlichen Anthropologie steht, nur dann konsequent und radikal verstanden wird, wenn der Mensch als das auch \u00fcber die Welt als ganze hinaus offene und folglich gottoffene Lebewesen zu verstehen ist und dessen Weltoffenheit als Gottoffenheit ausgelegt wird. In der \u00dcberzeugung, dass die essentielle Definition des Menschsein darin besteht, Gott zu kennen, erblickt Josef Ratzinger Benedikt XVI. die biblische Fundamentalkategorie der Gottebenbildlichkeit des Menschen im Anschluss an den heiligen Augustinus in der Gottf\u00e4higkeit des Menschen. Ich zitiere, Gottebenbildsein bedeutet die wesensm\u00e4\u00dfige Offenheit f\u00fcr Gott, die damit als das eigentliche Konstitutiven des Menschenwesens erkl\u00e4rt wird, sodass man gerade sagen k\u00f6nnte, die Gottebenbildlichkeit des Menschen besteht in seiner Gottf\u00e4higkeit, die ihm als leiblich-geistliche Pers\u00f6nlichkeit eignet. Hier scheint der tiefste Grund auf, dass der Christ auf die moderne Frage, was machst du? Wie Pallieter zun\u00e4chst und prinzipiell antwortet, ich bin. Denn in christlicher Sicht ist der Mensch in erster Linie nicht das handelnde Wesen, sondern durch seine kreat\u00fcrliche Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr Gott charakterisiert. Es gilt der Primat des Logos vor dem Ethos. Da man den Menschen nur kennen kann, wenn man Gott kennt und da man ohne transzendentes Fundament einer tiefen Beziehung zum Sch\u00f6pfergott leicht in der Gefahr steht, zur Beute sch\u00e4dlicher Ideologien zu werden, ist das Menschenbild in grundlegender Weise abh\u00e4ngig vom Gottesbild. Im christlichen Glauben ist der Mensch freilich nicht nur Ebenbild Gottes des Sch\u00f6pfers, sondern durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes ist uns noch ein klareres und reineres Ebenbild geschenkt. Wie es im Kolosserbrief hei\u00dft. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Sch\u00f6pfung. In Jesus Christus ist uns der Mensch nach Gottes Art und nicht nach des Menschen sattsam bekannten Unart geschenkt. Jesus Christus ist der neue Adam, der in seiner Menschwerdung und vor allem in seiner Demut am Kreuz das Gegenbild zum Vermessen nach Gottgleichheit strebenden ersten Adam darstellt. Jesus Christus ist das wahre Ebenbild Gottes und wir Christen sind berufen, Ebenbilder Jesu Christi zu werden. Diese entscheidende Wegweisung hat uns bereits das Zweite Vatikanische Konzil in seiner Pastoralkonstitution \u00fcber die Kirche in der Welt von heute gegeben und sie liegt im theologischen Denken Josef Ratzingers \u00fcber den Menschen zugrunde. Ich zitiere. Tats\u00e4chlich kl\u00e4rt sich nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf. Denn Adam, der erste Mensch, war das Vorausbild des Zuk\u00fcnftigen, n\u00e4mlich Christi, des Herrn. Christus, der neue Adam, macht eben in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe den Menschen, den Menschen selbst, und erschlie\u00dft ihm seine h\u00f6chste Berufung. Wer deshalb den Menschen und sich selbst verstehen will, muss auf Jesus Christus schauen und der Einladung des Johannes-Evangeliums folgen: Ecce homo. Mit diesen Hinweisen d\u00fcrfte deutlich sein, dass auch die heutigen gro\u00dfen anthropologischen Herausforderungen nur wahrgenommen werden k\u00f6nnen, wenn sie im Licht des christlichen Glaubens betrachtet werden. Dazu bietet die Theologie Josef Ratzingers Benedikt XVI. eine bleibende Quelle der Inspiration, wie der Untertitel unseres Symposiums hei\u00dft. Das Symposium will sich der Aufgabe stellen, die schwerwiegenden anthropologischen Problemstellungen der heutigen Zeit mit Hilfe der theologischen Perspektiven von Josef Ratzinger Benedikt XVI. zu bedenken und L\u00f6sungswege aufzuzeigen.<br>Ich w\u00fcnsche Ihnen, verehrte Teilnehmende, viele erhellende Erkenntnisse und weiterf\u00fchrende Anregungen f\u00fcr Ihr pers\u00f6nliches Leben und Wirken. Denn wenn es um den Menschen in christlicher Sicht geht, wird jeder bekennen k\u00f6nnen: Mia res agitur. [Es geht um meine Sache.] Ich danke allen Referenten an diesem Symposium f\u00fcr ihre wertvollen Beitr\u00e4ge und \u00fcberlasse nun den ersten beiden Referenten das Wort. Herzlichen Dank.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.horeb.org\/xyz\/podcast\/s_event\/20250927s1500.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.horeb.org\/mediathek\/podcasts\/events\/?tx_sicpodcastlist_pi1%5Buid%5D=73262&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Baction%5D=show&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Bcontroller%5D=Podcast&amp;cHash=3fb26e3ed51776277fcf0f41dbb686b6\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Radio Horeb \u00bb Mediathek \u00bb Podcasts \u00bb Events vom 27.09.2025 &#8211; Laufzeit: 00:9:27 &#8211; Dateigr\u00f6\u00dfe: 4,33 MB<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">1. Vortrag von <strong><em>Prof. Dr. Stefanos Athanasiou (M\u00fcnchen)<\/em><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">\u201eMenschenw\u00fcrde im theologischen Denken<br><strong>von Joseph Ratzinger\u201c<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"586\" height=\"508\" src=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Stefanos-Athanasiou-Muenchen.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12611\" srcset=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Stefanos-Athanasiou-Muenchen.png 586w, https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Stefanos-Athanasiou-Muenchen-300x260.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 586px) 100vw, 586px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Transkript<\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den ersten Vortrag wird halten Herr Prof. Dr. Stephanus Athanasiou, zu meiner Rechten. Er ist orthodoxer Theologe, Priester und seit dem 1. August 2023 Professor f\u00fcr systematische Theologie auf der ordentlichen Professur. Und diese systematische Theologie an der Ausbildungseinrichtung f\u00fcr orthodoxe Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen umfasst die Bereiche Dogmatik, Ethik und \u00f6kumenische Theologie. Prof. Athanasiou ist seit vielen Jahren Mitglied im neuen Sch\u00fclerkreis und vertritt in diesem neuen Sch\u00fclerkreis somit die orthodoxe Perspektive. Er wird den Er\u00f6ffnungsvortrag nun halten zum Thema Menschenw\u00fcrde im theologischen Denken von Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI. und damit die anthropologischen Grundlagen zu unserem Thema legen.<br><br>Herzlichen Dank f\u00fcr diese nette Vorstellung.<br>Eminenz, Exzellenzen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitbr\u00fcder und Schwestern in Christus. Wir leben in einer Zeit, in der das Verst\u00e4ndnis vom Menschen hei\u00df umk\u00e4mpft ist. Die moderne s\u00e4kulare Anthropologie neigt oft dazu, den Menschen ausschlie\u00dflich als ein biologisch-psychologisches Wesen zu definieren, als ein zuf\u00e4lliges Produkt der Evolution, als Homo Faber, der sich selbst und die Welt formt, oder als Homo Economicus, der seinen Zweck im Konsum und in der Produktion findet. Die Beziehung zu Gott erscheint in solchen Konzepten h\u00f6chstens als austauschbares Epiph\u00e4nomen, etwas kulturell Gewachsenes, das man entbehren oder sogar \u00fcberwinden sollte. Es gibt heute Str\u00f6mungen, die denken, dass die Gender-Theorie oder der Transhumanismus eigentlich den Menschen zu seinem Ziel findet. Diese radikalen Str\u00f6mungen der Gender-Theorie und des Transhumanismus, die den Menschen nahezu neu erfinden wollen, m\u00f6chten ihn eigentlich entfernen. Sie betrachten Geschlecht, Leiblichkeit und Endlichkeit als formbare Gr\u00f6\u00dfen ohne vorgegebene Sinnbestimmung. In dieser Sicht scheint der Mensch sich selbst erschaffen zu wollen, ganz ohne Bezug auf ein ihn \u00fcbersteigendes Gegen\u00fcber.<br>Dem gegen\u00fcber steht das christliche Menschenbild, wie es Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI. u.a. eindrucksvoll entfaltet hat. Es ist ein Bild vom Menschen, das von Gott her gedacht ist. Hier ist Gott keineswegs ein verzichtbares Beiwerk, sondern konstitutiv f\u00fcr das Menschsein an sich. Ratzinger hat schon in seinem Werk \u00abGlaube, Wahrheit, Toleranz\u00bb betont, dass wir den Menschen gar nicht angemessen verstehen k\u00f6nnen, wenn wir seine Transzendenzbeziehung ausklammern.<br>Kurt Kardinal Koch hat diesen Gedanken Ratzinger j\u00fcngst in einer Predigt im Campo Santo auf den Punkt gebracht. Steht der Mensch nur als weltimmanentes Wesen da, ohne Bezug auf das G\u00f6ttliche, so wird er in der Tiefe verkannt. Die christliche \u00dcberzeugung lautet in dem Sinn, dass der Mensch von Natur aus ein Gottsuchender ist und damit das Heilige an sich sucht. Oder genauer, dass er ein Gegen\u00fcber Gottes ist und nur in Beziehung zu Gott sich selbst findet.<br><br>Wolfhart Pannenberg zeigte schon vor Jahrzehnten, dass die vielbeschworene Weltoffenheit des Menschen eigentlich eine Gottoffenheit ist. Mit anderen Worten, der Mensch besitzt eine unendliche Horizontweite, die ins Transzendente reicht, ja, ins Unendliche selbst. Ein Punkt, den keine rein empirische Anthropologie letztlich erkl\u00e4ren kann, ohne Gott mit in den Blick zu nehmen. Hier kn\u00fcpft Ratzinger an. Aus seiner Sicht ist der Mensch nicht zuletzt Capax Dei, f\u00e4hig f\u00fcr Gott, offen f\u00fcr das Ewige. Als Theologe hat er von Anfang an den Menschen im Licht der Offenbarung betrachtet. Was sagt uns Christus eigentlich \u00fcber den Menschen? Denn so das ber\u00fchmte Wort der Pastoralkonstitution Gaudium et Spes, im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes kl\u00e4rt sich das Geheimnis des Menschen. Benedikt XVI. zitiert gerne diese Konzilslehre. Jesus Christus, der neue Adam, ist das wahre Bild Gottes und gleichzeitig das wahre Bild des Menschen. Nur indem wir S\u00f6hne und T\u00f6chter in ihm werden, gelangen wir zu unserer vollen Ebenbildlichkeit, also eigentlich Menschlichkeit. Mit diesem christozentrischen Ansatz legt Ratzinger den Grund f\u00fcr eine ganzheitliche, Theologie des Menschseins. Und im Zentrum dieser Theologie steht meines Erachtens ein Begriff, den man als Homo Liturgicus umschreiben kann. Der Mensch als liturgisches Wesen. Was hei\u00dft das? Ratzinger erkannte, dass der Mensch in seinem Innersten auf Anbetung ausgerichtet ist, auf die Hinordnung zur Sch\u00f6pfung und zum Du Gottes, also zur Heiligkeit. Der Mensch ist nicht der Beherrscher der Welt, Homo Dominator oder der Spielball seiner Triebe. Er ist gerufen, Gott zu erkennen und ihn zu verherrlichen. Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch und das Leben des Menschen besteht in der Gottesschau, rief Benedikt XVI. in seiner Weihnachtsansprache 2006 mit den Worten des heiligen Irenaeus in Erinnerung. Dieses ber\u00fchmte Wort \u00abGloria Dei Vivens Homo\u00bb fasst Ratzingers Anthropologie nahezu zusammen. Der Mensch lebt wahrhaft und erf\u00fcllt, wenn er Gott schaut, das hei\u00dft, wenn er in Beziehung tritt zum lebendigen Gott. Darin findet er seinen Frieden und seine Bestimmung. Es ist die Bestimmung zur Heiligkeit, die Bestimmung zum Abbild der Heiligkeit, seines Sch\u00f6pfers zu werden. Die Beziehung zu Gott ist also nicht ein sp\u00e4ter Zusatz im Evolutionsprozess, sondern geh\u00f6rt zum Menschsein wesentlich dazu. Der Mensch als Liturg, Homo Liturgicus, ist der Mensch, der seine eigentliche W\u00fcrde darin entdeckt, dass er Gott antworten kann. Er allein von allen Gesch\u00f6pfen vermag bewusst Amen zu sagen zum Ruf seines Sch\u00f6pfers. Papst Benedikt XVI. formulierte es im Rahmen seiner apostolischen Reise nach Frankreich 2008 so: \u00abDas Wort Gottes bringt uns selber ins Gespr\u00e4ch mit Gott. Der Gott, der in der Bibel spricht, lehrt uns, wie wir selber mit ihm reden k\u00f6nnen.\u00bb Das zeigt sich schon in der einfachsten Tatsache, dass wir als Wortwesen und Beziehungswesen angelegt sind. Der Mensch findet erst zur Wahrheit \u00fcber sich, wenn er einem Gegen\u00fcber begegnet, dem Mitmenschen und letztlich Gott an sich. Dieses Geheimnis des Menschen. Das Geheimnis des Menschen enth\u00fcllt sich nur in der Communio. Darum nennt die christliche Tradition den Menschen auch Capax Dei, f\u00e4hig Gott aufzunehmen, f\u00e4hig in Beziehung zu ihm zu treten.<br><br>Joseph Ratzinger hat diesem Gedanken zugestimmt und ihn vertieft. F\u00fcr ihn bedeutet das Christsein, dass wir von Gott angesprochen sind und unser Leben Antwort auf diesen Anruf wird in Glaube, Hoffnung und Liebe. Und diese Antwort vollzieht sich wesentlich im Gebet und im Gottesdienst, also liturgisch. Hier hat Benedikt XVI. oft den Schulterschluss mit der orthodoxen Theologie gesucht, die immer wieder betont, dass Theologie ohne Doxologie, ohne Lob Gottes ins Leere l\u00e4uft. In der Tat, wenn der Mensch aus der Beziehung zu Gott lebt, dann ist es nur folgerichtig, dass jede wahre Anthropologie letztlich liturgisch wird. Lassen Sie uns diese Perspektive nun mehr im Hinblick Ratzingers entfalten.<br><br>Forts. folgt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.horeb.org\/xyz\/podcast\/s_event\/20250927s1510.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.horeb.org\/mediathek\/podcasts\/events\/?tx_sicpodcastlist_pi1%5Buid%5D=73263&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Baction%5D=show&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Bcontroller%5D=Podcast&amp;cHash=142c190f027ecf3cfc4b9c7785177d8b\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Radio Horeb \u00bb Mediathek \u00bb Podcasts \u00bb Events vom 27.09.2025 &#8211; Laufzeit: 00:32:14 &#8211; Dateigr\u00f6\u00dfe: 14,76MB<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">2. Vortrag von <em><strong>Prof. Dr. Dr. Ralph Weimann (Rom)<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>\u201e<strong>Menschenbild und bioethische Herausforderungen<\/strong>\u201c<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"573\" height=\"523\" src=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Dr.-Ralph-Weimann-Rom.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12612\" style=\"width:602px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Dr.-Ralph-Weimann-Rom.png 573w, https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Dr.-Ralph-Weimann-Rom-300x274.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Transkript<\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026 In den gesammelten Schriften Josef Ratzingers wurden seine Beitr\u00e4ge zu bioethischen Themen unter der programmatischen \u00dcberschrift Grundfragen des Menschseins zusammengefasst. Die Wahl dieses Titels unterstreicht bereits, es geht hier nicht um Einzelaspekte medizinischer Technik, sondern um das anthropologische und ethische Fundament. Zweifellos hat Huxley mit \u201aBrave New World\u201a eine literarische Utopie entworfen. Doch die entscheidende Frage lautet, worin liegt heute der Unterschied zwischen Utopie und Wirklichkeit? Auch wenn Huxleys Vision nicht vollst\u00e4ndig Realit\u00e4t geworden ist, so lassen sich doch viele Tendenzen beobachten, die in genau jene Richtung weisen, hin zu einer wissenschaftlich-technischen Kontrolle des Lebens und zwar von Anfang an. Das Recht des St\u00e4rkeren beginnt sich durchzusetzen, nicht mehr in offenbrutaler Form, sondern in Gestalt scheinbar selektiver, technologisch optimierbarer Auswahlprozesse. Menschen entscheiden \u00fcber andere Menschen, \u00fcber ihr Lebensrecht, \u00fcber ihre Existenzberechtigung und \u00fcber die Kriterien, die dabei gelten. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die weit verbreitete Praxis der Pr\u00e4implantationstiagnostik. Dabei werden Embryonen nach genetischen Merkmalen untersucht, bevor entschieden wird, sie einzuflanzen oder nicht. Nur solche, die als gesund oder als \u2013 man k\u00f6nnte b\u00f6se sagen \u2013 lebenswert gelten, heute spricht man von qualitativ hochwertigen Embryonen, erhalten die Chance auf eine Geburt. Die anderen werden verworfen, ein Vorgehen, das objektiv einer eugenischen Selektion gleichkommt, auch wenn das Prozedere meist euphemistisch umschrieben wird. Ein weiteres Beispiel ist die Leihmutterschaft, die sich insbesondere vor dem Krieg in der Ukraine zu einer regelrechten Industrie entwickelt hat. Die kommerzielle Austragung fremder Kinder findet in gro\u00dfen Teilen der Gesellschaft breite Akzeptanz. Auch die Debatte rund um die Abtreibungsgesetzgebung etwa in Deutschland zeigen, wie sehr sich die moralische Sensibilit\u00e4t f\u00fcr den Schutz des ungeborenen Lebens verschoben hat. Joseph Ratzinger hat fr\u00fch auf die zugrunde liegende Problematik hingewiesen. Eine Problematik, die in vielen medialen und politischen Stellungnahmen kaum je thematisiert wird. Wenn nicht klar ist, wer der Mensch ist und warum jedes menschliche Leben, um ein Wort von gro\u00dfer Tragweite zu verwenden, heilig ist, dann droht moralische Beliebigkeit. Ein solcher Verlust an anthropologischer Klarheit \u00f6ffnet T\u00fcr und Tor f\u00fcr ideologische Utopien, die oft unter dem Deckmantel des Fortschritts daherkommen. In diesem Zusammenhang formulierte Ratzinger, ich zitiere, \u201aes versteht sich dann, dass ein Staat, der sich das Recht anma\u00dft zu bestimmen, wem die Rechte zustehen oder nicht zustehen, der folglich einigen die Macht zuerkennt, das Grundrecht anderer auf Leben zu verletzen, dem demokratischen Ideal widerspricht, auf das er sich weiterhin beruft und dass er die Grundlage untergr\u00e4bt, auf der er steht.\u2018, Ende des Zitats. Besonders nachdenklich stimmt auch eine weitere Frage, die Josef Ratzinger stellt. Warum lehnt man heute fast einstimmig den Kindermord ab, w\u00e4hrend man gegen\u00fcber Abtreibungen nahezu unempfindlich geworden ist? Vielleicht nur deshalb, weil man bei der Abtreibung, so schreibt er, nicht das Gesicht derer sieht, die dazu verurteilt werden, nie das Licht der Welt zu erblicken? An diesem Punkt l\u00e4sst sich eine zentrale Einsicht festhalten. Zwischen Reproduktion und Sch\u00f6pfung besteht ein fundamentaler Unterschied, der f\u00fcr die bioethische Debatte von grundlegender Bedeutung und untrennbar mit dem jeweiligen Menschenbild verbunden ist. Dieser Unterschied wird heute jedoch zunehmend \u00fcbersehen, nicht nur in s\u00e4kularen Diskursen, sondern auch in manchen innerkirchlichen Debatten. W\u00e4hrend intensiv \u00fcber das Klima und die Verantwortung des Menschen gegen\u00fcber der Umwelt gesprochen wird, scheint die Rede von Sch\u00f6pfung vielfach zu verstummen, als ob alles dem Zufall oder ausschlie\u00dflich menschlicher Verf\u00fcgbarkeit unterliege. Doch die Kategorie Sch\u00f6pfung weist auf eine weiterreichende Dimension hin, eine, die der Mehrdimensionalit\u00e4t menschlichen Lebens entspricht. Der Mensch ersch\u00f6pft sich nicht in seiner Leiblichkeit. \u2026 Er ist nicht nur K\u00f6rper, sondern er ist Person, Beziehung, Geist, Sch\u00f6pfung. Und das bedeutet, der Mensch ist nicht gemacht, sondern erst empfangen und damit gewollt. Im Hinblick auf die Reproduktionsmedizin wird dies besonders deutlich. Hier wird der Mensch technisch hervorgebracht, in vitro reproduziert, unter Laborbedingungen planbar selektioniert. Kardinal Ratzinger hebt diese Verschiebung hervor und weist darauf hin, dass sich eine neue Sprache etabliert hat, die die tiefere Bedeutung der menschlichen Herkunft zunehmend verdeckt. Begriffe wie Zeugung und Empf\u00e4ngnis, die auf ein personales Geschehen verweisen, sind ersetzt worden durch den Begriff der Reproduktion. Ein Ausdruck, der aus der Technik stammt und damit einen Paradigmenwechsel markiert. Ratzinger schreibt, aus Prokreation, das auf den Sch\u00f6pfer hinweist, dem sich jeder Mensch zuletzt verdankt, ist Reproduktion geworden. Doch wird Reproduktion dem Menschen gerecht? Ist der Mensch nicht wesentlich mehr als ein Produkt? Die Fragen, die sich daraus ergeben, sind existenziell.<br>Hatte Aldous Huxley recht, wenn er die Zukunft des Menschen im Labor verortete, geplant, produziert, nach Bedarf zusammengestellt? Die Vision von Menschen als technisches Konstrukt kann dem Menschen als Mensch nicht gerecht werden. An diesem Punkt wird Kardinal Ratzinger unmissverst\u00e4ndlich klar. Er schreibt, die Reproduktion der Wirklichkeit, die mit einem solchen Standpunkt verbunden ist, bedeutet vor allem und zuerst die Leugnung des Menschen als Menschen. Diese Aussage trifft den Kern der<br>Debatte. Wer den Menschen auf seine biologische, technische und funktionale Machbarkeit reduziert, leugnet seine Tiefe, seine Einzigartigkeit und letztlich seine W\u00fcrde. Sch\u00f6pfung hingegen anerkennt den Menschen als Person, als Wesen, das sich selbst nie ganz besitzen oder machen kann, weil es sich letztlich einem anderen verdankt. Hinter der Debatte um Reproduktion versus Sch\u00f6pfung verbirgt sich eine noch viel grundlegendere Herausforderung. Die Frage nach dem Menschenbild. Joseph Ratzinger bringt diese Herausforderung mit gro\u00dfer Klarheit auf den Punkt. Entweder wird, so schreibt er, nur das Mechanische, das Naturgesetzliche als wirklich Angesehen und alles Personale, die Liebe, das Schenken als sch\u00f6nen Schein betrachten, der psychologisch n\u00fctzlich, aber letztlich irreal und unerheblich ist. Ich finde f\u00fcr diese Position keine andere Bezeichnung als Leugnung des Menschen. Diese Diagnose ber\u00fchrt den Kern aller bioethischen Debatten, denn ihnen liegt immer, ob explizit oder unausgesprochen, ein bestimmtes Menschenbild zugrunde. Es geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Vers\u00e4umnissen unserer Zeit, dass dieses Thema zumeist ausgeklammert wird, besonders in gesellschaftlichen und politischen Diskursen, manchmal auch in kirchlichen Diskursen. Doch die Wahrheit bleibt. Mit dem Menschenbild steht und<br>f\u00e4llt jede Ethik, denn nur wenn gekl\u00e4rt ist, wer der Mensch ist, kann sinnvoll beantwortet werden, was dem Menschen dient. Genau an dieser Stelle ist der Konsens in der Gesellschaft l\u00e4ngst verloren eine Entwicklung, die angesichts der rasanten Fortschritte in Wissenschaft und Technik besonders gravierend ist. Joseph Ratzinger hat sich intensiv mit dieser Problematik besch\u00e4ftigt und dabei einen personalen Ansatz entwickelt, der sein gesamtes Werk durchzieht. Ratzinger betont, dass das Personale<br>und das Biologische untrennbar miteinander verbunden sind. Die Entstehung des Menschen ist mehr als ein biologischer Vorgang, mehr als technische Reproduktion. Auch moderne pr\u00e4natale<br>Forschungsergebnisse best\u00e4tigen heute das, was Ratzinger theologisch begr\u00fcndet. Der Mensch ist Person von Anfang an, nicht erst mit der Geburt oder mit der Entwicklung von bestimmten kognitiven F\u00e4higkeiten. Neben der Vernunft er\u00f6ffnet der Glaube eine tiefere Einsicht in das Verst\u00e4ndnis \u00fcber die W\u00fcrde des Menschen. Ratzinger orientiert sich dabei an der Heiligen Schrift und den<br>Kirchenv\u00e4tern. In Anlehnung, wie wir eben schon geh\u00f6rt haben an Gregor von Nyssa, verweist er auf die besondere Stellung des Menschen in der Sch\u00f6pfung, was im Sch\u00f6pfungsbericht deutlich<br>wird. Gott hat nicht gesagt, der Mensch sei. Die Sch\u00f6pfung des Menschen ist h\u00f6her als alles. Der Herr nahm. Er will unseren eigenen Leib mit seiner eigenen Hand formen. Der Mensch ist folglich<br>Abbild Gottes, nicht blo\u00df als Exemplar einer Klasse von Lebewesen, schreibt Ratzinger. Es handelt sich um etwas g\u00e4nzlich Neues, in dem mehr geschieht als Reproduktion, neuer Anfang, der \u00fcber alle Kombination vorhandener Information hinausreicht, noch anderes den anderen voraussetze und uns damit Gott zu denken lehrt. Aus dieser Perspektive wird deutlich, wie irref\u00fchrend gewisse Str\u00f6mungen sind, die den Menschen entweder rein biologisch oder rein kulturell deuten. Weder Biologismus noch Idealismus werden der Wirklichkeit des Menschen gerecht, denn der Mensch ist eben<br>nicht als eine Klasse von Lebewesen geschaffen worden, sondern als personales Wesen, als Mann und Frau. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie falsch die von Papst Franziskus sogenannte<br>Gender Ideologie ist, denn der Mensch ist Corpore et anima unus, Geist und Leib in substanzieller Einheit. Es geht nicht um Dualismus, sondern um die Dualit\u00e4t, durch die sich die Mehrdimensionalit\u00e4t<br>des Menschen und seine unantastbare W\u00fcrde ausdr\u00fccken. Das wird besonders deutlich in einer weiteren Schl\u00fcsselaussage von Joseph Ratzinger. Ich zitiere, das psychologische Geschehen ist mehr als physiologisches Geschehen. Jeder Mensch ist mehr als neue Kombination von Informationen. Jedes Menschen entstehen ist Sch\u00f6pfung. Ihr Wunder ist es, dass sie nicht neben, sondern gerade in den Prozessen des Lebendigen und seiner invarianten Reproduktion geschieht. Ende des Zitats. Der Mensch ist also einzigartig. Wie die DNA oder DNA-Code die Einzigartigkeit des K\u00f6rpers offenbart, so l\u00e4sst sich von dort auf die Einzigartigkeit des Geistes, also der Seele, schlie\u00dfen. Jede menschliche Zeugung ist damit Ausdruck des Mitseins Gottes, ein Akt, in dem sich die Selbst\u00fcbersteigung des Menschen und die sch\u00f6pferische Vernunft Gottes zeigen. Diese sch\u00f6pferische Vernunft kann nicht das Produkt der Materie sein, sondern liegt ihr voraus. Sie ist Garant f\u00fcr Freiheit, Verantwortung und W\u00fcrde. Mit anderen Worten, der Sch\u00f6pfung ist eine eigene Vernunft eingeschrieben, die zugleich auf den Urheber derselben verweist. Gott. Vor diesem Hintergrund w\u00e4hrt sich Joseph Ratzinger entschieden dagegen, die Rede von Gott als<br>unwissenschaftlich zu diffamieren und in dem Bereich des Subjektiven, gerade auch im Hinblick auf die Bioethik zu verbannen. Er erinnert daran, dass sich das Ph\u00e4nomen Universit\u00e4t historisch<br>dort gebildet hat, wo t\u00e4glich der Satz erklang, ich zitiere, im Anfang war der Logos, der Sinn, die Vernunft, das vernunfterf\u00fcllte Wort. Der Logos hat den Logos geboren und ihm Raum geschaffen,<br>Ende des Zitats. Diese theologische Grundlegung war einst die Quelle jener ganzheitlichen Bildung, die das Ganze der Wirklichkeit in den Blick nahm. Heute hingegen erleben wir eine Zerfaserung der Wissenschaften, ein nebeneinander von Einzeldisziplinen un\u00fcbergreifende Orientierung. Doch gerade so kommt es zur Aufl\u00f6sung der Universitas. Das betrifft auch die Bioethik.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.horeb.org\/xyz\/podcast\/s_event\/20250927s1540.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.horeb.org\/mediathek\/podcasts\/events\/?tx_sicpodcastlist_pi1%5Buid%5D=73264&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Baction%5D=show&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Bcontroller%5D=Podcast&amp;cHash=aef361609b8fdbcb804fab35676ada2f\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Radio Horeb \u00bb Mediathek \u00bb Podcasts \u00bb Events vom 27.09.2025 &#8211; Laufzeit: 00:32:41 &#8211; Dateigr\u00f6\u00dfe: 14,96MB<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">3. Vortrag von <em><em><strong>Prof. Dr. Vincent Twomey (Dublin)<\/strong><\/em><\/em><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>\u201e<strong><strong>Gewissensentscheidung als Ausdruck <\/strong><strong>der Gottesebenbildlichkeit<\/strong><\/strong>\u201c<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"652\" height=\"463\" src=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Vincent-Twomey-Dublin.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12613\" srcset=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Vincent-Twomey-Dublin.png 652w, https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Vincent-Twomey-Dublin-300x213.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 652px) 100vw, 652px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Transkript<\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230; \u201eAber die Humanwissenschaften k\u00f6nnen nur die \u00e4u\u00dferen Ph\u00e4nomene eines Querschnitts menschlichen Verhaltens zu einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Ort messen, nicht dessen moralischen Wert, dessen Natur von Literatur, Philosophie und Theologie erforscht wird, auch Mythologie. Die sogenannten Normen, die diese Wissenschaften aufstellen, sind lediglich Prozents\u00e4tze von Verhaltensnormen, Verhaltensmuster zu einer bestimmten Zeit und zu einem bestimmten Ort. Dar\u00fcber hinaus ist es grunds\u00e4tzlich dualistisch, unsere Sexualit\u00e4t unter dem Gesichtspunkt der Funktionen zu betrachten. Unser K\u00f6rper wird als etwas angesehen, das wir haben, nicht als das, was uns als Menschen ausmacht. Es bedeutet, unseren K\u00f6rper als Rohstoff zu betrachten, der ja nach Bedarf und sogar nach momentanen Stimmungen genutzt werden kann, nat\u00fcrlich verantwortungsbewusst. Maschinen haben Funktionen, der Mensch hat eine innewohnende Bedeutung und eine entsprechende moralische Ordnung. Dies ist weit entfernt von den erhabenen moralischen Normen, die sich aus unserer Schaffung nach dem Bild Gottes ergeben. Genesis erinnert uns daran, Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er, als Mann und Frau schuf er. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen, seid fruchtbar und vermehrt euch. Gott ist Leben. Er ist fruchtbar, Fruchbarkeit. Er vermehrt sich, er ist kreativ, sch\u00f6pferisch. Als Ebenbild Gottes sind Mann und Frau als potentielle V\u00e4ter und M\u00fctter definiert. M\u00e4chtige Kr\u00e4fte, mit denen wir auf eigene Gefahr herumspielen. Gott hat uns f\u00fcr die Vereinigung mit ihm geschaffen, symbolisiert durch die eheliche Vereinigung. Dass diese beiden einfl\u00e4chig werden, wie Paulus verk\u00fcndet, ist, Zitat, \u201eein gro\u00dfes Geheimnis\u201c. Und ich meine damit Christus und die Kirche, Ephes 5, 31, 32. Die Ehe und das Geheimnis, das die eheliche Vereinigung mit sich bringt, tragen ihre eigenen moralischen Anforderungen in sich, die jede andere Sexualit\u00e4t, sexuelle Aktivit\u00e4t au\u00dferhalb der Ehe ausschlie\u00dfen. Ehemann und Ehefrau sind aufgerufen, mit Gott zusammenzuarbeiten, indem sie die Voraussetzungen schaffen, die es ihm Gott erm\u00f6glichen, wenn er will, einen einzigartigen Menschen im Scho\u00df der Mutter enstehen zu lassen. Ein Kind wird gezeugt, nicht gemacht. Die Fortpflanzung erfordert mit anderen Worten eine moralische Antwort, die sich in jener kreuschen, leidenschaftlichen, ehelichen Liebe zusammenfassen l\u00e4sst, die immer offen ist f\u00fcr neues Leben.\u201c<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.horeb.org\/xyz\/podcast\/s_event\/20250927s1630.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.horeb.org\/mediathek\/podcasts\/events\/?tx_sicpodcastlist_pi1%5Buid%5D=73265&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Baction%5D=show&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Bcontroller%5D=Podcast&amp;cHash=2a079ac329b3e0bf85816dcca490b4f5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Radio Horeb \u00bb Mediathek \u00bb Podcasts \u00bb Events vom 27.09.2025 &#8211; Laufzeit: 00:33:10 &#8211; Dateigr\u00f6\u00dfe: 15,19MB<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">4. Vortrag von <em><em><strong><em>Prof. Dr. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Heiligenkreuz)<\/em><\/strong><\/em><\/em><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>\u201e<strong><strong><strong>Leib und Gotteserfahrung. Gender und Geschlecht<\/strong><strong>&nbsp;im Blick Joseph Ratzingers<\/strong><\/strong><\/strong>\u201c<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"806\" height=\"523\" src=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Dr.-Hanna-Barbara-Gerl-Falkovitz-Heiligenkreuz.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12615\" srcset=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Dr.-Hanna-Barbara-Gerl-Falkovitz-Heiligenkreuz.png 806w, https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Dr.-Hanna-Barbara-Gerl-Falkovitz-Heiligenkreuz-300x195.png 300w, https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Dr.-Hanna-Barbara-Gerl-Falkovitz-Heiligenkreuz-768x498.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 806px) 100vw, 806px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Transkript<\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230; \u201eLeib, Leben, Liebe sind ein einziger Wortstamm. Der Leib ist genau immer der lebendige Leib. Und den kann ich nicht manipulieren. Daraufhin geht jetzt Ratzinger folgenderma\u00dfen. Der Leib, also die Wirklichkeit des Leibes, kann nicht auf einen unbedeutenden physischen Aspekt reduziert werden. Sie ist eine grundlegende Komponente. Das ist jetzt hier die Wirklichkeit. Eine grundlegende Komponente der Pers\u00f6nlichkeit. Sie ist eine ihrer Weisen zu sein, sich zu \u00e4u\u00dfern, mit den anderen in Kontakt zu treten, die menschliche Liebe zu empfinden, auszudr\u00fccken und zu leben. Diese F\u00e4higkeit zu lieben, jetzt nochmal, wir sind jetzt auf der Leibebene, nicht auf der K\u00f6rperebene.<br>Diese F\u00e4higkeit zu lieben, Abglanz und Bild Gottes, der die Liebe ist, \u00e4u\u00dfert sich auch im br\u00e4utlichen Charakter des Leibes. Man kann vermuten, dass in der sp\u00e4teren Theologie des Leibes Papst Johannes Paul II. die \u00c4u\u00dferung des Br\u00e4utlichen in diesem Fall tats\u00e4chlich von Papst Benedikt \u00fcbernommen hat. Ein ausgezeichneter Ausdruck. Da ist wirklich auch ein Kerngedanke f\u00fcr Johannes Paul II. \u00c4u\u00dfert sich im br\u00e4utlichen Charakter der Liebe, in dem die M\u00e4nnlichkeit und die Weiblichkeit der Person<br>eingeschrieben ist..\u201c<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.horeb.org\/xyz\/podcast\/s_event\/20250927s1700.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.horeb.org\/mediathek\/podcasts\/events\/?tx_sicpodcastlist_pi1%5Buid%5D=73266&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Baction%5D=show&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Bcontroller%5D=Podcast&amp;cHash=6ae82dbc44fb63351a991bd5d574675f\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Radio Horeb \u00bb Mediathek \u00bb Podcasts \u00bb Events vom 27.09.2025 &#8211; Laufzeit: 00:36:34 &#8211; Dateigr\u00f6\u00dfe: 16,74MB<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">5. Vortrag von <strong><a href=\"https:\/\/www.horeb.org\/xyz\/podcast\/s_event\/20250927s1700.mp3\"><em>Prof. Dr. Stephan Kampowski (Rom)<\/em><\/a><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>\u201e<strong><strong><strong><strong>Antworten auf den Transhumanismus und<\/strong><strong> die K\u00fcnstliche Intelligenz<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>\u201c<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"755\" height=\"494\" src=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Stephan-Kampowski-Rom.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12616\" srcset=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Stephan-Kampowski-Rom.png 755w, https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Stephan-Kampowski-Rom-300x196.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Transkript<\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230; \u201eIn seinem Aufsatz &#8218;Christliche Orientierung in der pluralistischen Demokratie&#8216; beschreibt Ratzinger drei Tendenzen der heutigen Gesellschaft, die ihre demokratische Ordnung bedrohen. Und alle drei sind f\u00fcr unser Thema von Bedeutung. Die erste Gefahr sieht er in der Unf\u00e4higkeit, mit der Unvollkommenheit der menschlichen Dinge, uns anzufreunden. Eine Haltung, die von manchen sogar als Ekel am Bestehenden bezeichnet wird. Solange eine Gesellschaft vom Ethos getragen wird, also von gemeinsamen moralischen Grund\u00fcberzeugungen und den Tugenden ihrer B\u00fcrger, wird sie nie vollkommen gerecht sein. Das Ethos ist stets gef\u00e4hrdet und ein Staat, der auf ihm gr\u00fcndet, ist nie gesichert. Er ist unvollkommen wie der Mensch selbst. Wenn jedoch die Bereitschaft fehlt, diese Unvollkommenheit zu akzeptieren, entsteht der Wunsch nach einer perfekten Gesellschaft: Die Utopie. Dann erscheint das Ethos, das zwar weitgehend geteilt sein mag, jedoch als sittliche Tugend seinen Sitz im je Einzelnen hat, als unzuverl\u00e4ssig. Auf die Tugend des Einzelnen kann man sich nicht verlassen. Stattdessen m\u00fcsse eine vollkommene Gesellschaft vom Ethos unabh\u00e4ngig sein und durch stabile Strukturen gew\u00e4hrleistet werden, sodass diese Strukturen Freiheit und Gerechtigkeit mit institutioneller Gerechtigkeit garantieren. In dieser Sichtweise verlagert sich das Ethos vom Menschen in die Strukturen, in die Institutionen. Es ist der Versuch, ich zitiere, das Moralische in seiner Unzul\u00e4nglichkeit und Gef\u00e4hrdung \u00fcberfl\u00fcssig zu machen durch die sozusagen mechanische Sicherung der richtig eingerichteten Gesellschaft. Die Errichtung einer solchen strukturell abgesicherten Gesellschaft wird damit nicht mehr als moralische, sondern als technische Frage betrachtet. Damit sind wir bei der zweiten Gefahr. Der neuzeitlichen Verengung des Vernunftbegriffs auf das Quantitative. Heute gilt nur die Vernunft der Berechnung und des Experiments \u00fcberhaupt als Vernunft. Eine so verstandene Vernunft<br>wei\u00df mit dem Moralischen, mit dem Ethos nichts anzufangen, denn dieses ist nicht in derselben Weise rational zu deduzieren, wie das Funktionieren eines Apparats. Daraus folgt wiederum eine Absage an die Moral zugunsten der Technik. Die dritte Gefahr f\u00fcr die Zukunft unserer westlichen Demokratien sieht Ratzinger im Verlust der Transzendenz. Wird der Bezug des Menschen zu Gott, zum Guten,<br>zum Jenseits zerst\u00f6rt, f\u00fchrt dies zur Flucht in Utopien. Der Verlust der Transzendenz ist f\u00fcr ihn jene eigentliche Amputation des Menschen, aus der alle anderen Krankheiten hervorquellen. Ohne die Hoffnung auf ein Gr\u00f6\u00dferes, das \u00fcber die Welt hinausweist, bleibt dem Menschen nur der R\u00fcckzug in die Illusion der Scheinhoffnungen. Nur die gro\u00dfe Hoffnung, die aus der Transzendenz erw\u00e4chst, bef\u00e4higt ihn, die Unvollkommenheit der Welt zu ertragen, also die erste Herausforderung, sich mit der Unvollkommenheit der menschlichen Existenz anzufreunden und dann diese Bedingung der Unvollkommenheit der Welt noch so zu gestalten, dass man in der Welt menschenw\u00fcrdig leben kann. Verliert der Mensch hingegen seinen Transzendenzbezug, richtet er all seine Hoffnung auf das Diesseits. Er sucht nach sicheren Strukturen, die seiner auf das messbare und machbare reduzierte Vernunft entwerfen kann. Dies f\u00fchrt zu dem, was man im Englischen Social Engineering nennt, ein gesellschaftliches Ingenieurswesen, das die menschliche Freiheit ersetzen soll. Das Ethos, das mit Freiheit, Spontanit\u00e4t, Liebe und Verantwortung verbunden ist, erscheint dann als unzuverl\u00e4ssig und unvern\u00fcnftig, weil es nicht messbar und berechenbar ist und wird folglich durch technische L\u00f6sungen ersetzt. Ratzinger hatte bei diesen \u00dcberlegungen zun\u00e4chst vor allem die marxistische Utopie im Blick. Doch es f\u00e4llt nicht schwer, an ihre Stelle den Transhumanismus zu setzen. Auch hier geht es um eine Erl\u00f6sung im Diesseits, \u2026 Der Weg zum erl\u00f6sten Menschen in dieser Welt ist ein technischer. Er liegt in der Biotechnologie, die richtig entwickelt und angewandt die Befreiung des Menschen von seiner Unvollkommenheit herbeif\u00fchren soll. Er liegt in der Biotechnologie, die richtig entwickelt und angewandt<br>die Befreiung des Menschen von seiner Unvollkommenheit herbeif\u00fchren soll. Moral wird durch Technologie ersetzt. Genau hierin liegt das zentrale Problem des Transhumanismus, das er mit allen utopistischen Denkans\u00e4tzen teilt.\u201c<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.horeb.org\/xyz\/podcast\/s_event\/20250927s1730.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.horeb.org\/mediathek\/podcasts\/events\/?tx_sicpodcastlist_pi1%5Buid%5D=73267&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Baction%5D=show&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Bcontroller%5D=Podcast&amp;cHash=e4c3ffb851dfebc57c3657620c65c80c\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Radio Horeb \u00bb Mediathek \u00bb Podcasts \u00bb Events vom 27.09.2025 &#8211; Laufzeit: 00:31:32 &#8211; Dateigr\u00f6\u00dfe: 14,44MB<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">6. Moderierte Diskussion von <em><strong>Prof. Dr. Christoph Ohly, K\u00f6ln<\/strong><\/em><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>&#171;Was macht die Menschenw\u00fcrde unantastbar?&#187; &#8211; Zusammenfassung<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"703\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Christoph-Ohly-Koeln.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12618\" srcset=\"https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Christoph-Ohly-Koeln.png 703w, https:\/\/www.ifit.li\/wp-content\/uploads\/Prof.-Dr.-Christoph-Ohly-Koeln-300x213.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary>Transkript<\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich will versuchen, die Gedanken, die wir heute Nachmittag geh\u00f6rt haben, in einem Punkt zusammenzubringen und vielleicht das auch dann als Ausgangspunkt zu nehmen f\u00fcr das weitere Nachdenken, was ja jetzt nicht einfach schlie\u00dft, sondern \u00fcber diese Veranstaltung heute hinausgeht. In einem gro\u00dfen inhaltlichen Spannungsbogen haben wir uns im Licht der Theologie Josef Ratzingers als bleibender Quelle der Inspiration, so hei\u00dft ja der Untertitel zu der heutigen Veranstaltung, die Frage gestellt, was die Menschenw\u00fcrde unantastbar macht. Die Referentin, unsere Referenten haben uns dabei in die Fragestellungen und in das darauf bezogene Potenzial der theologischen Gedanken Josef Ratzingers mitgenommen und dies in einem gro\u00dfen Bogen, n\u00e4mlich ausgehend von der konzentrierten, einf\u00fchrenden Einf\u00fchrung in das Thema durch Kardinal Koch und den theologischen Grundlagen zur Menschenw\u00fcrde im Denken von Papst Benedikt, die uns Professor Athanasiou dargelegt hat. \u00dcber die Konkretionen zu den bioethischen Herausforderungen mit Professor Weimann, der Gewissensentscheidung mit Professor Twomey, der Thematik von Leib und Gotteserfahrung mit Professorin Gerl-Falkovitz, hin zu den Antworten aus dem Denken von Josef Ratzinger auf die aktuellen Herausforderungen des Transhumanismus sowie der k\u00fcnstlichen Intelligenz. Dabei ist in diesem gro\u00dfen Spannungsbogen, so glaube ich, aus dem Wort, das der Professor Athanasiou zitiert hat, dass gerade die \u00f6kologische Krise und dies im weitesten Sinne des Wortes auch der \u00d6kologie des Menschen eine anthropologische Krise ist, deutlich geworden, dass Josef Ratzinger in diesem Bem\u00fchen immer um eine, so hat es Professor Weimann ausgedr\u00fcckt, konsequente R\u00fcckbindung der bioethischen Fragen, aber eben auch jener Fragen, die die praktischen Vortr\u00e4ge, wenn man so will, betroffen haben, an das grundlegende Menschenbild auszeichnet. Die konsequente R\u00fcckbindung all dieser Fragen an das grundlegende Menschenbild. Und zwar gegen jede Reduktion des Menschen auf seine rein biologischen, technischen, funktionalen Machbarkeiten, gegen die Leugnung seiner Tiefe, seiner Einzigartigkeit, seiner W\u00fcrde, die er aus einem einzigen Grundgedanken gewonnen hat, n\u00e4mlich sch\u00f6pfungstheologisch gesprochen, Gesch\u00f6pf Gottes zu sein, aus der Hand, aus dem Herzen, aus dem Gedanken Gottes, und offensichtlich, und das ist vielleicht die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, auch f\u00fcr den Diskurs aus christlicher Perspektive, diesen einzubringen, aus inkarnationstheologischer Perspektive, dass wir in Christus, dem inkarnierten Sohn Gottes, die Antwort auf die Frage nach der Unantastbarkeit menschlicher W\u00fcrde finden. Mich selbst hat einmal in einer Predigt von Josef Ratzinger, ein Gedanke beeindruckt, der im Zusammenhang mit den Sch\u00f6pfungsberichten im Alten Testament, im ersten Buch der Heiligen Schrift steht. Und er dies auf den Grundgedanken bringt. Diese Berichte \u00fcber die Erschaffung des Menschen, so sagt er, sind Dem\u00fctigung und Trost zugleich. Dem\u00fctigung, denn sie sagen dem Menschen, du bist nicht Gott. Trost, du bist geliebtes Kind Gottes. Du bist nicht Gott, aber du bist geliebtes Kind Gottes. Darin strahlt der Glanz dieses Menschenbildes auf, dass wir in die Diskussion, in den Diskurs unserer Zeit, im Blick auf die vielen Herausforderungen, \u00fcber die wir heute nachgehen, immer wieder mit einbringen m\u00fcssen. Nur was tun wir? Und das ist vielleicht etwas, was uns \u00fcber diesen Moment hinausf\u00fchren kann, wenn es in unserem Umfeld immer mehr Menschen gibt, \u00fcber die man das sagen kann, was der Pastoraltheologe, der in den Niederlanden lehrt, Jan Loffeld zum Titel eines seiner B\u00fccher gemacht hat: \u00abWenn nichts fehlt, wo Gott fehlt\u00bb gegen\u00fcber Menschen, dieses glanzvolle Menschenbild zu verk\u00fcnden, zu begr\u00fcnden und in seinen Konsequenzen auch sichtbar zu machen, gegen\u00fcber Menschen, die Gott nicht brauchen oder zu brauchen meinen. Und ich glaube, dass all diese Gedanken, die wir uns heute Nachmittag gemacht haben, nicht nur die Herausforderung darstellt, im Blick auf die Herausforderungen, die zu diesen Gedanken gef\u00fchrt haben, sondern auch zu der Frage f\u00fchren, wie k\u00f6nnen wir das als Kirche, als Gemeinschaft der Glaubenden, diesen Schatz heute verk\u00fcnden? In den gro\u00dfen Stichworten der Evangelisierung, der Neu-Evangelisierung, der Mission. Mit einem Wort von Josef Ratzinger, Papst Benedikt XVI., zum Menschen, das meiner Ansicht nach einer Magna Charta der christlichen Anthropologie gleicht, m\u00f6chte ich deshalb dieses Symposium beenden und in den betenden Abschluss des Angelus Domini hin\u00fcberf\u00fchren, indem wir der Gottesmutter unser Tun anvertrauen und Kardinal Koch um seinen Segen bitten. Papst Benedikt sagt, der Mensch ist nicht Zufall des Universums, sondern Frucht eines Gedankens Gottes. Jeder Einzelne ist gewollt, geliebt und notwendig. Darin gr\u00fcndet die unverlierbare W\u00fcrde des Menschen. Drei S\u00e4tze, die in ihrer Tiefe nahezu unauslotbar sind und doch zugleich auf den Punkt gebracht, unsere Hoffnung im Blick auf den Menschen zum Ausdruck bringen. Emminenz, wir bitten um das Gebet und Ihren Segen.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.horeb.org\/xyz\/podcast\/s_event\/20250927s1800.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.horeb.org\/mediathek\/podcasts\/events\/?tx_sicpodcastlist_pi1%5Buid%5D=73268&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Baction%5D=show&amp;tx_sicpodcastlist_pi1%5Bcontroller%5D=Podcast&amp;cHash=8eec445d32f0397e5bb6150a1eedc619\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Radio Horeb \u00bb Mediathek \u00bb Podcasts \u00bb Events vom 27.09.2025 &#8211; Laufzeit: 00:9:35 &#8211; Dateigr\u00f6\u00dfe: 4,39MB<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Hinweise und Quellen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/kath.net\/news\/88607\">Was macht die Menschenw\u00fcrde unantastbar?<\/a> (<a href=\"https:\/\/kath.net\/news\/88607\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Von Martin Lohmann auf kath.net<\/a>)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11428\">Die bleibende Bedeutung von Benedikt XVI.<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12247\">Benedikt XVI. \u00fcber die Sch\u00f6nheit des Glaubens<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12511\">Der Sinn f\u00fcr das Heilige<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12080\">Sch\u00f6nheit, Anspruch und Krise des Priestertums<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12471\">Erscheinung des Herrn<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12362\">Zum Heiligen Jahr 2025 \u2013 Heiligkeit als Ziel der Theologie und des Lebens<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12292\">Romano Guardini \u2013 Theologie des Herzens<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12395\">Die Kirche kommt aus der Eucharistie<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12238\">Die heilige Maria Goretti<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12176\">Geheimnis des Glaubens \u2013 Adoratio 2024<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12003\">Botschaften f\u00fcr Fastenzeit, Karwoche, Ostern und Pfingsten 2024<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11935\">Fest der hl. Familie<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11781\">Ich glaube an Gott den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11654\">Offenbarung der Liebe Gottes zwischen Mann und Frau<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11397\">Der Weg zur\u00fcck zu Gott ist die Liebe<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11360\">Die Herrlichkeit Gottes und der Mensch<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11328\">Die Berufung der Frau im Lichte der Dreifaltigkeit<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11301\">Frauen im Christentum<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11279\">Das innere Leiden Christi, Teil 1<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11287\">Das innere Leiden Christi, Teil 2<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11291\">Das innere Leiden Christi, Teil 3<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11295\">Das innere Leiden Christi, Teil 4<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=11259\">\u00abSEID DIE APOSTEL DES NEUEN JAHRTAUSENDS!\u00bb<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=10869\">Weihegebet ans Unbeflekte Herz Mariens f\u00fcr Russland und Ukraine<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=5363\">Katholisches Ehesakrament und die besondere W\u00fcrde der Familie<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=5225\">Unsicherheit in wichtigen Fragen unseres Lebens<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=5201\">Das Zeugnis des Hl. Geistes und das der J\u00fcnger fliessen zusammen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=5190\">Resilienzfaktor Spiritualit\u00e4t \u2013 Macht uns der Glaube krisenfest?<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=5168\">300 Jahre gl\u00e4ubige und ungl\u00e4ubige Theologie<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=4997\">Aus der Tiefe des Herzens \u2013 Das katholische Priestertum<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=4868\">Total orientierungslos im Chaos der Gef\u00fchle und Gedanken<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=4851\">Jesus vor Pilatus: \u201eMein Reich ist nicht von dieser Welt. \u2026\u201c (Joh 18, 36)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Theologie Joseph Ratzingers als bleibende Quelle der Inspiration Kurt Kardinal Koch: &#171;Das Symposium will sich der Aufgabe stellen, die schwerwiegenden anthropologischen Problemstellungen der heutigen Zeit mit Hilfe der theologischen Perspektiven von Joseph Ratzinger \/ Benedikt XVI. zu bedenken und L\u00f6sungswege aufzuzeigen.&#187; 1. Begr\u00fc\u00dfung und Einleitung&nbsp;von Kurt Kardinal Koch, Rom \u201eWas macht die Menschenw\u00fcrde unantastbar?\u201c&hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12587\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Was macht die Menschenw\u00fcrde unantastbar?<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12589,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[1,3,45,22],"tags":[63,67,38,216,75,24,87,6,76,217,218,120,43,205,208,94,215,137,145,93,220,12,14,212,222,88,95,96,37,210,92,186,27],"class_list":["post-12587","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-kirche","category-unterscheidung-der-geister","category-wissenschaft-und-ethik","tag-abbild-gottes","tag-abtreibung","tag-analogie","tag-antichrist","tag-arbeit","tag-begriff","tag-bischofsweihe","tag-christ","tag-dreifaltigkeit","tag-ehrenkodex-fuer-journalisten","tag-franz-von-sales","tag-freiheit","tag-gewissen","tag-gewissheit","tag-herrlichkeit-gottes","tag-identitaetsprinzip","tag-keuschheit","tag-kirche","tag-kirchenlehrer","tag-kontradiktionsprinzip","tag-konzil-von-trient","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-liebe","tag-positivismus","tag-praedestination","tag-priestertum","tag-prinzip-des-ausgeschlossenen-dritten","tag-prinzip-des-hinreichenden-grundes","tag-relativismus","tag-segen","tag-seinsprinzipien","tag-sophismus","tag-wahrheit","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12587","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12587"}],"version-history":[{"count":64,"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12587\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12695,"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12587\/revisions\/12695"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ifit.li\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}