{"id":12374,"date":"2024-09-25T11:45:37","date_gmt":"2024-09-25T09:45:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12374"},"modified":"2025-09-25T22:39:14","modified_gmt":"2025-09-25T20:39:14","slug":"im-ranft-stroemen-die-charismen-des-schweizer-nationalheiligen-bruder-klaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ifit.li\/?p=12374","title":{"rendered":"Im Ranft str\u00f6men die Charismen des Schweizer Nationalheiligen Bruder Klaus"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Im Ranft da ist ein Brunnen: Sch\u00f6pfen wir, er ist f\u00fcr alle da, im \u00dcberfluss!<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/IMG_0109.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Herzen von Europa lebte vor 600 Jahren der hl. Niklaus von Fl\u00fce. Aber die Gnadengaben (Charismen) des Schweizer Nationalheiligen str\u00f6men im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%BCeli-Ranft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ranft <\/a>(Sachseln) heute noch weiter und ber\u00fchren immer noch sehr viele Menschen, die ihn\u00a0 an diesem Ort besuchen. F\u00fcr Bruder Klaus ist denn auch Pfingsten ein Weg nach innen, wo nicht Gemeinheit und Gesch\u00e4ftigkeit der Menschen herrschen sondern die inneren Werte. Ein Pfingsterlebnis wird in der Brunnenvision des Einsiedlers geschildert, dessen Spiritualit\u00e4t von Caspar am B\u00fcel um 1500 und von Heinrich W\u00f6lflin in der Bruder-Klaus-Biografie von 1501 \u00fcberliefert wurde. Gem\u00e4ss dieser \u00dcberlieferung ist das Herz des Heiligen selbst ein sprudelnder Tabernakel!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Gesicht-vom-hl.-Bruder-Klaus.jpg\" alt=\"\" style=\"width:284px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gesicht des hl. Bruder Klaus<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Caspar am B\u00fcel (Amb\u00fchl) \u00fcberlieferte vor 1500 diese Vision m\u00fcndlich und wurde vermutlich in Engelberg niedergeschrieben. Die fragmentarisch erhaltenen Bl\u00e4tter wurden sp\u00e4ter mit einer Inkunabel zusammengebunden und im Frauenkloster St. Klara in Stans aufbewahrt. Die Schrift wurde aber erst um 1928 im Kloster Wesemlin in Luzern wiederentdeckt und von Kapuzinerpater Adalbert Wagner publiziert. Caspar am B\u00fcel war vermutlich ein Enkel von Bruder Klaus, Sohn der Verena von Fl\u00fce in Altsellen (Engelberg), aus zweiter Ehe mit Hensli Onofrius aus der Sippe \u00abam B\u00fcel\u00bb.\u00a0Etwa gleichzeitig wurde die Version von Heinrich W\u00f6lflin in der Bruder-Klaus-Biografie von 1501 niedergeschrieben, dessen Original auch erst 1948 von Pater Thomas K\u00e4ppeli (OP) in der Staatsbibliothek in Neapel wiedergefunden wurde. W\u00f6lflins Version basiert auf einer anderen m\u00fcndlichen Quelle aus Sachseln.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Brunnenvision nach Amb\u00fchl<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/IMG_0123.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Mensch unterbrach seinen Schlaf, wie es Gottes Wille war, um sein Leiden [Passion Jesu] zu betrachten. Er dankte Gott wegen seines Leidens und seines Martyriums. Gott aber gab ihm die Gnade, dass er darin Kurzweil und Freude hatte. Dann legte er sich wieder zur Ruhe. Doch in seinem Schlaf oder in seinem Geist d\u00fcnkte es ihn, als ob er auf einem Dorfplatz st\u00fcnde. Hier sah er eine grosse Zahl von Menschen, die alle hart arbeiteten und trotzdem so arm waren. Er stand da und schaute ihnen zu und wunderte sich sehr, dass sie so viel arbeiteten und dennoch so arm waren.<br>Pl\u00f6tzlich zeigte sich auf der rechten Seite ein Tabernakel, wohlerbaut. Eine offene T\u00fcre f\u00fchrte hinein. Und er dachte bei sich: Du musst in den Tabernakel hineingehen, du musst schauen, was sich drinnen befindet und musst schnell durch die T\u00fcre eintreten. Er kam in eine K\u00fcche, die einer ganzen Gemeinde geh\u00f6rte. Zur rechten Hand f\u00fchrte eine Treppe hinauf, vielleicht vier Stufen hoch. Ein paar Leute sah er hinaufgehen, aber nur wenige. Ihm schien, ihre Kleider seien weiss gesprenkelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?attachment_id=8421\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kleiner Brunnenfilm (siehe ev. Download)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Er bemerkte, wie die Stufen herab, zur K\u00fcche hin, ein Brunnen in einen grossen Trog floss. Dieser enthielt dreierlei: Wein, \u00d6l und Honig. Dieser Brunnen bewegte sich so schnell wie der Blitz und entfachte ein br\u00fcllendes Tosen, so dass der Palast laut erschallte wie ein Horn. Und er dachte bei sich: Du musst die Treppe hinaufsteigen und schauen, von woher der Brunnen kommt. Zugleich wunderte er sich sehr, dass die Leute so arm waren und nicht zum Brunnen kamen, um daraus zu sch\u00f6pfen, obwohl er doch f\u00fcr alle da war. Mit diesen Gedanken ging er die Stiege hinauf und gelangte in einen weiten Saal. In der Mitte sah er einen vier-eckigen Kasten stehen, aus dem der Brunnen sich ergoss. Er n\u00e4herte sich dem Beh\u00e4lter und betrachtete ihn. W\u00e4hrend er auf den Kasten zuging, sank er ein, genauso, wie wenn man durch einen Sumpf schreiten will. Da zog er schnell die F\u00fcsse an sich. Und er erkannte in seinem Geiste, wer nicht schnell seine F\u00fcsse an sich zieht [und sich tragen l\u00e4sst], kann nicht zum Brunnenkasten hingelangen.<br \/>Der Beh\u00e4lter war auf den vier Seiten mit eisernen Blechen beschlagen. Und dieser Brunnen floss durch eine R\u00f6hre hindurch, dabei gab es einen so sch\u00f6nen Gesang im Brunnenkasten und in der R\u00f6hre, dass es ihn sehr erstaunte. Dieser Brunnen war so klar, dass jedes Menschenhaar auf seinem Boden zu sehen gewesen w\u00e4re. Und wie gewaltig er sich auch ergoss, so war doch der Kasten stets wimpernvoll, so dass er unaufh\u00f6rlich \u00fcberquoll. Und es d\u00fcnkte ihn dabei, wieviel auch daraus floss, es war wohl dennoch immer mehr darin. Er sah, wie es aus allen Ritzen tropfte und zischte.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/website.ifit.li\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/IMG_0113.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ranftkapelle beim hl. Bruder Klaus (Niklaus von Fl\u00fce)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun dachte er bei sich: Ich will wieder hinabsteigen. Als er das tat, sah er den Brunnen m\u00e4chtig in den Trog fliessen und meinte: Ich will hinausgehen und schauen, was denn die Leute so sehr besch\u00e4ftigt, dass sie nicht hineinkommen, um aus dem Brunnen zu sch\u00f6pfen, worin doch ein so grosser \u00dcberfluss ist. Er ging zur T\u00fcr hinaus. Dort sah er die Leute schwere Arbeit verrichten, und trotzdem waren sie sehr arm. Nun achtete er genau darauf, was sie denn taten. Da bemerkte er einen, der hatte mitten durch den Platz einen Zaun errichtet; er stand vor einer Schranke und verwehrte mit der Hand den Leuten das Weitergehen. Er sagte ihnen: Ich lass euch weder hin- noch hergehen, es sei denn, ihr gebt mir den Pfennig. Ein anderer stand da und jonglierte mit Knebeln; dabei sagte er: Es ist da-zu erdacht, dass ihr mir den Pfennig gebt. Dann sah er Schneider, Schuhmacher und allerlei Handwerksleute. Und jedes Mal, wenn sie ihre Arbeit verrichtet hatten, waren sie hinterher dennoch so arm, wie wenn sie gar nichts bekommen h\u00e4tten. Niemand sah er hineingehen, um aus dem Brunnen zu sch\u00f6pfen.<br>Als er dastand und den Leuten zusah, verwandelte sich die Umgebung und bekam die schroffen Umrisse der Gegend bei Bruder Klausens Kapelle, wo er seine Zelle hatte. Und er erkannte in seinem Geiste: Dieser Tabernakel ist Bruder Klaus [sein Inneres, sein Herz].<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Bedeutung der Brunnenvision<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Brunnenvision verweist bei W\u00f6lflin auf die Bibel, besonders auf Buch Jes 55, 1\u20132. Und in Joh 7, 37 steht diese Aufforderung, zum Wasser des Lebens zu kommen, im Zusammenhang mit dem Kommen des Geistes. Die Brunnenvision deutet also auf das Pfingstereignis hin. Bei Amb\u00fchls Version ist dieser Bezug ebenfalls in der dreifachen Symbolik im Inhalt der Fl\u00fcssigkeit gegeben: Wein, \u00d6l und Honig. Im Pfingsthymnus \u00abVeni, Creator Spiritus\u00bb (Komm, Sch\u00f6pfer Geist, 9. Jh.) wird in der zweiten Strophe der Geist Gottes ein \u00ablebendiger Brunnen\u00bb (fons vivus) genannt und daran anschliessend \u00abFeuer\u00bb (ignis=Wein), \u00abLiebe\u00bb (caritas=Honig) und \u00abSeelensalbung\u00bb (spiritalis unctio=\u00d6l).\u00a0Es gibt in der Literatur noch den \u00abPilgertraktat\u00bb, der auch auf die Brunnenvision hinweist, wo der unbekannte Pilger in seiner eigenen Interpretation des Radbildes von Bruder Klaus schreibt: \u00ab\u2026 er [Gott] ist ein Brunnen, aus dem alle Weisheit ausfliesst, diese wird dem mitgeteilt, der ihrer aus echter Liebe begehrt. Das ist die s\u00fcsse Einfliessung des Heiligen Geistes, dadurch es uns erm\u00f6glicht wird, dass wir seine klare Gottheit ewig anschauen k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere Hinweise und Quellen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/website.ifit.li\/?attachment_id=4430\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gebetbuch des heiligen Bruder Klaus<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"http:\/\/www.brunnenvision.ch\/brunnenvision.asp\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Brunnenvision &#8211; Kern der Spiritualit\u00e4t<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"http:\/\/kath.net\/news\/58909\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum 600. Geburtstag des Schweizer Friedensheiligen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Beitragsbild<\/strong>: Handkolorierter Holzschnitt im \u00abPilgertraktat\u00bb\u00a0 (Augsburger Inkunabel um 1488, \u00e4lteste Darstellung): Der hl. Bruder Klaus sitzt meditierend an einem Bach, den Blick ganz nach innen gerichtet. Aus einem Tempel, einem Tabernakel, entspringt eine Quelle lebendigen Wassers, das als Bach vom Berg herab unaufh\u00f6rlich ins weite Land sprudelt. Der Tabernakel ist sein eigenes Herz.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Ranft da ist ein Brunnen: Sch\u00f6pfen wir, er ist f\u00fcr alle da, im \u00dcberfluss! Im Herzen von Europa lebte vor 600 Jahren der hl. Niklaus von Fl\u00fce. 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