Die Mutter Kirche ist auf der ganzen Welt eine Einheit – mit all den vielen Sprachen und Kulturen

36. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Franziskus

L'Osservatore RomanoZu Beginn einer Generalaudienz wird immer eine Stelle aus der Heiligen Schrift vorgelesen, heute aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Epheser (Eph 4,1-6): Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Liebe Brüder und Schwestern, im Credo bekennen wir die eine Kirche. Die Kirche auf der ganzen Welt, mit den vielen Sprachen und Kulturen, ist eine Einheit. Der eine Glaube, die gemeinsame Hoffnung, die eine Liebe, ein sakramentales Leben und das eine Amt von den Aposteln her, sind die Pfeiler, die diese Einheit der Kirche stützen und tragen. Überall sind wir in der Kirche zuhause, bilden wir die eine Familie Gottes. Die Kirche ist eine für alle. Sie dient nicht den Interessen von einzelnen, von Gruppen oder Nationen. Gott schenkt die Einheit.

Aber oft fällt es uns schwer, sie zu leben. Wir müssen die Gemeinschaft immer wieder suchen und aufbauen, Missverständnisse und Trennungen überwinden, angefangen bei uns selbst. Dazu braucht es Demut, Friedfertigkeit, Geduld und Liebe. So muss uns auch die Einheit der ganzen Christenheit ein Anliegen sein. Diese Einheit ist nicht zuerst Frucht des menschlichen Tuns, sondern sie kommt vom Heiligen Geist. Er ist die wahre Triebkraft der Einheit. Daher ist das Gebet wichtig. Das Gebet ist die Seele unseres Bemühens um Gemeinschaft und Einheit. Papst Franziskus grüsst auch die Pilger deutscher Sprache, besonders die vielen Schülergruppen: „Liebe junge Freunde, danken wir der Kirche für das Geschenk des Lebens aus dem Glauben, für die Nahrung und die Bildung, die uns als Christen wachsen lassen. Liebt die Kirche, die unsere Mutter ist. Nehmt am Leben der Kirche teil und macht sie fruchtbar durch euren Glauben, eure Liebe und eure Begeisterung mit Christus. Die Kirche zählt auf euch. Gott segne und behüte euch allezeit.“

Weitere Hinweise und Quellen