Es ist eine Tragödie, dass wir auch Menschen ‚wegwerfen’, so behandeln wie Abfall

27. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Franziskus

L'Osservatore RomanoDie Generalaudienz an diesem Mittwoch stand im Zeichen des Weltumwelttags, der an diesem 5. Juni gefeiert wird. Dieser lade den Papst dazu ein, eine Ermahnung zu geben, mit der Verschwendung von Lebensmitteln aufzuhören. Vor mindestens 80.000 Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz ging Papst Franziskus auf die Frage nach der Bewahrung der Schöpfung ein. Dies sei ein Auftrag Gottes an alle Menschen, wie es im Buch Genesis betont wird. Gott übergebe Mann und Frau die Erde, dass sie bebauen und hüten. Das erwecke in uns die Frage, wenn wir das hören: Schützen wir, pflegen wir wirklich die Erde oder beuten wir sie aus und vernachlässigen wir sie? Die Worte „kultivieren“ und „behüten“ stellt mir das Bild des Bauern vor Augen, der seine Erde pflegt, damit sie Frucht bringt und die Früchte verteilt werden können.

Wieviel Aufmerksamkeit, Leidenschaft, Einsatzbereitschaft und Hingabe ist da notwendig, wenn wir die Schöpfung hüten und bebauen möchten, so wie Gott uns das aufgetragen hat, dann gilt das nicht nur für den Anfang der Geschichte, einen Auftrag, der uns von Gott dem Schöpfer gegeben wurde, sondern es ist auch ein Auftrag an jeden von uns, es ist ein Teil seines Planes. Wir müssen in der Verantwortung wachsen, damit wir sie wie ein Garten bewachen, umwandeln, damit sie ein bewohnbarer Ort für alle bleibt.

Bereits sein Vorgänger Benedikt XVI. habe die Gläubigen oft daran erinnert, „den Rhythmus und die Logik der Schöpfung zu beachten“. Papst Franziskus kritisierte in diesem Zusammenhang eine „Kultur des Wegwerfens“:

„Wenn ein Börsenplatz an Wert verliert, dann ist das eine Tragödie. Alle Medien berichten darüber. Es ist jedoch eine Tragödie, dass wir quasi auch Menschen ‚wegwerfen’, denn manche Personen werden so behandelt – wie Abfall. Ich wünsche mir, dass wir die Kultur des Verschwendens und Wegwerfens überwinden und wieder neu eine Kultur der Solidarität und des Miteinanders leben. “

Der Konsumismus habe uns im Umgang mit Ressourcen und Lebensmitteln verschwenderisch gemacht, während es zugleich vielen Menschen am Nötigsten zum Leben fehle. Wenn man Nahrungsmittel wegwerfe, sei das so, als ob man sie einem Armen gestohlen habe, so der Papst. Umweltschutz schließe auch eine andere Dimension mit ein: die sogenannte Ökologie des Menschen.

„Wir durchleben gerade eine Zeit der Krise, in der auch der Mensch selbst in Gefahr ist. Es ist nötig, auf seine wahren Nöte aufmerksam zu machen und Lösungen zu erschließen. Wir dürfen keine ,Wegwerfgesellschaft’ sein, die das menschliche Leben geringschätzt, wenn es vor seiner Geburt lästig wird oder im Alter scheinbar nicht mehr nützt.“

Der Umweltschutz und der Schutz des Menschen gingen also Hand in Hand, so der Papst:

„Wir alle sind gerufen, die Welt, die Gott geschaffen hat, als schönen Garten zu bebauen und zu hüten, in dem alle Menschen wohnen können. Der Heilige Geist gebe uns Einsicht und gute Ausdauer, dass wir Werkzeuge der Liebe Gottes auf dieser Erde werden.“

Weitere Hinweise und Quellen