Nicht Sklavenarbeit, nicht egoistischer Profit, nein, Arbeit heisst vielmehr, am Plan der Schöpfung teilzuhaben

22. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Franziskus

L'Osservatore RomanoEin deutliches „Nein“ zur Arbeit, die in Sklaverei mündet und zum egoistischen Profitdenken kommt von Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz am Mittwoch, 1. Mai 2013. Arbeit heiße vielmehr, am Plan der Schöpfung teilzuhaben, sagte er auf dem vollbepackten Petersplatz. Im Evangelium werde berichtet, dass sich die Menschen wunderten, dass da der ‚Sohn eines Zimmermanns’ vor ihnen stehe. Josef – der Heilige des heutigen Hochfestes – habe Jesus in seiner Jugend geschützt, ihn aber auch in die Welt der Arbeit eingeführt, also in die Anstrengungen, Mühen und Befriedigung, aber auch die Schwierigkeiten des Arbeitsalltags.

„Das erinnert uns an die Würde und die Wichtigkeit der Arbeit. Das Buch Genesis erzählt, dass Gott den Menschen schuf und ihm die Aufgabe übertrug, die Erde zu füllen und sie zu unterwerfen, was aber nicht ausbeuten bedeutet, sondern kultivieren und beschützen, sich um sie sorgen. Die Arbeit ist Teil des Plans der Liebe Gottes; wir sind gerufen, alle Güter der Schöpfung zu bewahren und so an der Schöpfung teilzuhaben!“

Arbeit sei grundlegend für die Würde einer Person, so der Papst. Diese Würde mache uns Gott gleich, der arbeite und sich immer mühe. Er denke an all die Menschen, vor allem die Jugendlichen, die keine Arbeit hätten – vor allem, weil man in der Gesellschaft oft nur nach wirtschaftlichen Interessen vorgehe und egoistischen Profit suche.

„Ich möchte jeden zur Solidarität mit ihnen einladen und die Verantwortlichen für das Gemeinwohl möchte ich aufrufen, jede Anstrengung zu unternehmen, mehr Arbeit zu schaffen. Denn das bedeutet, sich für die Würde des Menschen einzusetzen.“

Dann aber schränkte der Papst ein: Nicht alle Arbeit sei förderlich für die Würde:

„Ich möchte ein Wort über eine besondere Situation anfügen, die mich besorgt: Ich beziehe mich auf das, was wir ‚Sklavenarbeit’ nennen können. Wie viele Menschen auf der ganzen Welt sind Opfer dieser Art Sklaverei, in der die Person der Arbeit dient und nicht umgekehrt. Ich rufe alle Brüder und Schwestern dazu auf, sich gegen den Menschenhandel zu wenden, zu dem diese Sklavenarbeit gehört.“

Josef der Arbeiter, wie der Heilige an diesem 1. Mai genannt wird, habe mit Maria einen gemeinsamen Fokus ihrer Aufmerksamkeit gehabt: Jesus. Auch das Denken und Sprechen von der Arbeit brauche sein Zentrum in ihm.

„Jeder von uns, vor allem ihr jungen Menschen, muss sich fragen: Wie viel Raum gebe ich dem Herrn? Habe ich Zeit, mit ihm zu sprechen? Denken wir in unserem Alltag immer mehr an unseren Herrn!“

Weitere Hinweise und Quellen