Aus dem Glaubensbekenntnis: Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten

21. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Franziskus

L'Osservatore RomanoDas Sprechen vom Jüngsten Gericht ist kein Grund, Angst zu haben oder zu machen. Mit diesem Gedanken erläuterte Papst Franziskus am Mittwoch, 24. April, bei der Generalaudienz einen weiteren Vers des Glaubensbekenntnisses. Der Petersplatz war wieder übervoll, der Platz davor auch, und die Menschen standen bis weit in die breite Zugangsstraße, die Via della Conciliazione hinein, um den Papst zu hören und zu sehen. „Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“: Dieser Vers des Glaubensbekenntnisses war das Thema der Katechese des Papstes. Er drücke die Spannung aus, die in der Welt sei: Sie habe begonnen mit der Schöpfung des Menschen nach Gottes Antlitz und sie ende im jüngsten Gericht.

„Die beiden Pole der Geschichte werden leicht vergessen, und vor allem der Glaube in die Wiederkunft Christi und das Gericht, er ist oft nicht klar und wird in den Herzen der Gläubigen übergangen. Jesus selber hat während seines öffentlichen Auftretens immer wieder von der Wirklichkeit seines Wiederkommens gesprochen.“

Papst Franziskus legte die Bibelstellen aus, in denen von der Wiederkunft und  dem Gericht die Rede ist [vgl. Matthäus 24,32-42]. So stelle das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen [siehe Matthäus 25,1-13] erinnere den Glauben heute, dass es Aufmerksamkeit brauche: Zu den Törichten sagt der Herr, dass er sie nicht kenne. Das Warten sei eine Zeit der Gnade.

„Es ist die Zeit, die Gott und gibt, und allen, eine Zeit, gottgemäß zu leben, denn wir kennen weder den Tag, noch die Stunde der Wiederkunft Christi. Was Gott von uns erwartet, ist bereit zu sein für die Begegnung mit Jesus. Das bedeutet, die Zeichen seiner Anwesenheit zu erkennen, den Glauben im Gebet und den Sakramenten lebendig zu halten, um nicht einzuschlafen und Gott zu vergessen. Das Leben der eingeschlafenen Christen ist traurig, es ist kein glückliches Leben. Das Leben der Christen muss froh sein, in der Freude Jesu leben, nicht einschläfernd.“

Das zweite Gleichnis in der Papstkatechese war das von den Talenten, die jeder Mensch bekommen habe, und die es zu entwickeln und zu pflegen gelte. Sie seien nicht für uns selbst bestimmt, sondern für alle und für Gott. Wer als Christ seine Gaben in sich selbst einschließe, sei kein Christ, so der Papst. Und zuletzt ging der Papst auf die Erzählung des Gerichtes ein, wie Jesus die Menschen teilt in jene, die ihn besucht oder bedeckt oder geholfen hätten, und jene, die das nicht getan hätten.

„Das sagt uns, dass wir von Gott an der Liebe gemessen werden, wie wir den Nächsten und besonders die Schwachen und Bedürftigen geliebt haben. Natürlich sind wir bereits durch Gottes Gnade gerettet, durch Gottes freies Tun, von uns aus können wir nichts tun, der Glaube ist ein Geschenk. Aber um Frucht zu tragen will diese Gnade, dass wir uns Gott öffnen.“

Damit sei das Gericht auch nichts, was uns Angst machen müsste, so der Papst. „Gott bietet uns in Barmherzigkeit und Geduld diese Zeit, so dass wir jeden Tag ihn in den Armen und Kleinen erkennen, dass wir wach seien im Gebet und in der Liebe. Der Herr erkenne uns am Ende unserer Tage als gute und treue Diener!“

Weitere Hinweise und Quellen