Wir sind nie allein: Mit Christus haben wir einen Anwalt im Himmel, der für uns eintritt

20. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Franziskus

L'Osservatore Romano„Wir sind nie allein: Mit Christus haben wir einen Anwalt im Himmel, der für uns eintritt“ sagte Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz am Mittwoch, 17. April vor mehr als hunderttausend Menschen auf dem Petersplatz. Es war die vierte Generalaudienz des neuen Papstes; Franziskus sprach diesmal über die Himmelfahrt Jesu. Das Leben Jesu kulminiere in der Himmelfahrt, bei der er von dieser Welt zum Vater gehe. Doch der Weg in die Herrlichkeit des Vaters führt Jesus „über das Kreuz, über den Gehorsam gegenüber dem Plan Gottes”, so der Papst.

„Auch wir müssen uns in unserem christlichen Leben im klaren sein darüber, dass das Eintreten in die Herrlichkeit Gottes die tägliche Treue seinem Willen gegenüber voraussetzt, auch wenn das Opfer mit sich bringt, auch wenn das manchmal erfordert, dass wir unser Programm ändern. Die Himmelfahrt Jesu geschah konkret auf dem Ölberg, also dort, wo er sich vor seinem Leiden im Gebet zurückgezogen hatte, um in enger Einheit mit dem Vater zu sein. Wir sehen also, dass das Gebet uns die Gnade gibt, dem Plan Gottes gegenüber in Treue zu leben.“

Der auferstandene und in den Himmel aufgefahrene Herr sei nicht nur unser Richter, sondern auch unser Anwalt, so Papst Franziskus unter Berufung auf den ersten Johannesbrief [vgl. 1. Johannes 2,1].

„Wie schön, das zu hören! Wenn einer zum Richter gerufen oder angeklagt wird, geht er als erstes zu einem Anwalt, damit der ihn verteidigt. Wir haben einen [Anwalt, Fürsprecher, Beistand], der uns immer verteidigt, uns verteidigt vor den Einflüsterungen des Teufels, uns verteidigt [sogar] vor uns selbst, vor unseren Sünden. Liebe Brüder und Schwestern, wir haben in Jesus einen Anwalt – zögern wir nicht, zu ihm zu gehen, um ihn um Vergebung zu bitten, um seinen Segen, sein Erbarmen. Er vergibt uns immer, er ist unser Anwalt, er verteidigt uns immer. Vergessen wir das nicht!“

Papst Franziskus rief dazu auf, „von der Betrachtung der Herrlichkeit Jesu auszugehen, um dann von ihm die Kraft zu bekommen, das Evangelium ins Alltagsleben hineinzutragen und dort zu bezeugen“. Er zitierte das „Ora et labora“, „Bete und arbeite“, des Heiligen Benedikt: „Beides ist nötig für unser Leben als Christen.“

„Wir sind nie allein. Der gekreuzigte und auferstandene Herr führt uns. Und bei uns sind so viele Brüder und Schwestern, die in der Stille, im Verborgenen, in ihrem Familienleben und ihrer Arbeit, in ihren Problemen und Schwierigkeiten, in ihren Freuden und Hoffnungen, den Glauben täglich leben und der Welt gemeinsam mit uns die Herrschaft der Liebe in Jesus Christus zeigen, auferstanden, aufgefahren in den Himmel und jetzt unser Anwalt.“

Weitere Hinweise und Quellen