Ohne diesen Glauben an Tod und Auferstehung Christi ist unsere Hoffnung schwach, nicht einmal eine wirkliche Hoffnung

18. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Franziskus

L'Osservatore RomanoBei seiner zweiten Generalaudienz auf dem Petersplatz sprach Papst Franziskus am Mittwoch, 3. April besonders die jungen Gläubigen sowie die Frauen an. Sie alle forderte er auf, den Glauben weiter zu tragen. Der Rahmen der Generalaudienz war der Fortführung der Katechesereihe gewidmet, die sein Vorgänger Benedikt XVI. begonnen hatte. Der Papst widmete sich ausführlich dem Glaubensbekenntnis und der Aussage: „am dritten Tage auferstanden nach der Schrift“:

„Der Tod und die Auferstehung Jesu sind wirklich das Herz unserer Hoffnung. Ohne diesen Glauben an den Tod und die Auferstehung Jesu ist unsere Hoffnung schwach, sie ist nicht einmal eine wirkliche Hoffnung. Es sind grade der Tod und die Auferstehung Jesu, die das Herz unserer Hoffnung sind. […] Leider wurde oft versucht, den Glauben an die Auferstehung Jesu zu verdunkeln, und auch unter den Gläubigen selbst wurden Zweifel erweckt. Das ist ein ‚Rosenwasserglaube’, wie wir sagen. Das ist kein starker Glaube.“

Diese ‚Verwässerung’ des Glaubens sei aus Oberflächlichkeit geschehen, oder aus Gleichgültigkeit in einer Zeit, in der die Menschen mit tausend Sachen beschäftigt seien, die sie für wichtiger hielten als den Glauben, so Franziskus. Dabei sei es gerade die Auferstehung, die den Christen die größte Hoffnung eröffne – denn sie öffne das Leben zur ewigen Zukunft Gottes hin, zur vollen Freude und zur Gewissheit, dass das Böse und die Sünde besiegt werden können. Es gebe zwei Arten, diesen Glauben zu bezeugen: Das Glaubensbekenntnis mit einprägsamen Formeln, die auf das Zentrum des Glaubens hinweisen und die Erzählung der Auferstehung und ihrer Fakten. Auf diesen zweiten Punkt ging Franziskus näher ein: „Zunächst einmal stellen wir fest, dass die ersten Zeugen dieses Ereignisses die Frauen waren. […] Die Frauen werden von der Liebe angetrieben und sie wissen diese Botschaft mit Glauben anzunehmen: Sie glauben und sie geben die Botschaft sofort weiter, sie behalten sie nicht für sich – sie geben sie weiter. Die Freude darüber, dass Christus lebt, die Hoffnung erfüllt ihre Herzen, das können sie nicht für sich behalten. Und so sollte es auch in unserem Leben sein. Spüren wir die Freude, Christen zu sein! Wir glauben an einen Auferstandenen, der das Böse und den Tod besiegt hat!“

Christen hätten den Mut, ‚herauszutreten’ um diese Freude und dieses Licht an alle Orte ihres Lebens zu bringen. Die Auferstehung Christi sei die größte Sicherheit, der wertvollste Schatz der Christen – ein Schatz, nicht nur für einen selbst, sondern um weitergegeben zu werden. Hier richtete Franziskus einen besonderen Appell an die Frauen: „Die ersten Zeugen der Auferstehung sind die Frauen. Und das ist schön, das ist ein bisschen auch die Mission der Frauen, der Mütter, der Großmütter: Zeugnis ablegen gegenüber den Kindern, den Enkeln. Dass Jesus lebt, dass er auferstanden ist. Mütter und Frauen: macht weiter mit diesem Zeugnis!“

Dass die Frauen laut Evangelium die ersten Zeugen der Auferstehung Jesu sind, ist laut Franziskus ein Beweis dafür, dass die Evangelien nicht erfunden seien: Frauen und Kinder hätten nach dem damaligen jüdischen Recht nämlich keine Glaubwürdigkeit als Zeugen besessen. Damals wie heute spielten Frauen hingegen eine besondere Rolle bei der Verkündigung des christlichen Glaubens. Den Glauben zu bezeugen und weiterzugeben, das war auch ein besonderes Anliegen des Papstes den jungen Leuten gegenüber: „Euch sage ich: Tragt diese Sicherheit weiter, der Herr lebt und er geht im Leben an unserer Seite. Das ist eure Mission. Gebt diese Hoffnung weiter. Seid verankert in dieser Hoffnung, diesem Anker im Himmel. Haltet die Kette fest, seid verankert und tragt diese Hoffnung weiter. Ihr, Zeugen Jesu, tragt das Zeugnis weiter, dass Jesus lebt und dass uns das Hoffnung gibt und dass es der Welt Hoffnung gibt, die ein bisschen alt geworden ist aufgrund der vielen Kriege, des Schlechten und der Sünde. Los geht’s, ihr jungen Leute!“

Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:

„Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Der auferstandene Christus ist auch unter uns gegenwärtig. Wir können ihn wahrnehmen im Hören auf sein Wort, mit dem er uns den Weg weist, der zum Leben führt. Er ist gegenwärtig in der Eucharistie und er begleitet uns in unseren Werken der Nächstenliebe. Lassen wir uns von seiner Liebe verwandeln. Euch allen wünsche ich eine gnadenreiche Osterzeit!”

Weitere Hinweise und Quellen