Gott ist ein Vater, der seine Kinder nie verlässt, sondern sie in Liebe und Treue trägt und hält

15. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Benedikt XVI.

http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de.htmlGott als allmächtiger Vater: Auf diese Aussage des Credos ging Papst Benedikt XVI. am Mittwoch, 30. Januar bei der Generalaudienz genauer ein. Dass Gott Vater sei, sei die erste grundlegende Aussage über Gott im Glaubensbekenntnis, sinnierte der Papst. Er führte mit der Betrachtung dazu seine Katechesen-Reihe über das Glaubensbekenntnis fort. Sich Gott als Vater vorzustellen, sei heute mitunter schwierig, weil der Vater in unserer Gesellschaft kaum noch erscheine oder das Vaterbild verzerrt sei, so Benedikt XVI. Die Bibel erkläre jedoch, was für ein Vater Gott sei:

„Schon vor der Erschaffung der Welt hat Gott uns geliebt, und er begleitet unser ganzes Leben mit seiner Liebe und Gnade. Er ist ein Vater, der seine Kinder nie verlässt, sondern sie in Liebe und Treue trägt und hält. In Jesus Christus wird das Gesicht des Vaters offenbar. An Gott Vater glauben heißt, unter dem Wirken des Heiligen Geistes an den Sohn glauben. Gott ist für uns Vater, da er seinen Sohn für uns hingibt, unsere Sünden verzeiht und uns den Geist schenkt, der uns rufen lässt: ‚Abba, Vater’.“

Im weiteren Verlauf seiner Betrachtung zu Gott als allmächtigem Vater ging Benedikt XVI. dann auf das Wort ‚allmächtig’ ein. Angesichts des Bösen in der Welt zweifelten viele an der Allmacht Gottes. „Aber Gottes Allmacht ist anders, als wir uns Macht vorstellen. Es ist nicht Macht, die zuschlägt, sondern Macht, die gütig ist, die Freiheit gibt und die heilt. Die warten kann und die den anderen durch Liebe überzeugt. Gott hat einen Teil seiner Macht wirklich an uns abgetreten, als er uns die Freiheit gab. Freiheit ist ihm so kostbar, dass er auch diese Konsequenzen hinnimmt und dass er – das Ganze überblickend – weiß, dass er es kann und darf.“ Diese Allmacht bedeute auch, dass Gott die Menschen nicht mit Gewalt vom Bösen abbringe, sondern auf die Bekehrung der Menschen warte – so wie im Gleichnis des verlorenen Sohnes, wo der Vater auf seinen Sohn wartet.

„Gerne heiße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache willkommen. Bitten wir den Herrn, dass er uns im Glauben stärkt, im Glauben an seine Allmacht und an seine Liebe. Dass wir so aus der Freiheit der Kinder lieben, im Vertrauen auf seine Liebe und sein Erbarmen, das uns das Heil bringt. Von Herzen segne ich euch alle.“

Weitere Hinweise und Quellen