Wenn wir Gottes Antlitz sehen wollen, müssen wir Christus nachfolgen

13. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Benedikt XVI.

http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de.htmlMit der Generalaudienz am Mittwoch, 16. Januar nahm Papst Benedikt XVI. die Serie der Katechesen zum Glauben wieder auf. In der Audienzhalle ging er auf die Offenbarung Gottes ein und darauf, was sie für den Glauben bedeutet:

„Was ist das eigentlich: Offenbarung? Was und wie hat Gott sich offenbart? In Stufen würde ich sagen. Die Schöpfung selbst ist eine Offenbarung Gottes, durch die er selbst durchscheint, durchleuchtet. Und wenigstens in den Augenblicken, in denen wir ihrer Schönheit begegnen, spüren wir es, sehen wir durch sie hindurch. Den Schöpfer, den lebendigen, guten Gott. Aber unsere Augen sind stumpf, unser Herz ist stumpf, daher reicht uns die Schöpfung nicht aus. So hat Gott eine zweite Stufe – er schickt Propheten. Menschen, die er erfüllt und die von ihm angerührt zu den anderen sprechen und ihnen Gott irgendwie zeigen können. Von Abraham, Mose und den Propheten. Und schließlich, die höchste und eigentliche Stufe, ist Jesus Christus, in dem Gott selbst ein Mensch ist, und in dem wir Gott sehen können, wirklich sehen können.“

Etwas völlig Neues geschehe dann in der Menschwerdung Christi, so der Papst, aber auch danach sei das Erkennen Gottes in Jesus nicht einfach gewesen, nicht einmal für die direkten Zeugen: „Heute haben wir die Lesung gehört, vor dieser Audienz, aus den Abschiedsreden Jesu, wo schließlich [der Apostel] Philippus irgendwie ungeduldig wird, und zu Jesus sagt: ‚du sprichst immer vom Vater, Zeig uns doch den Vater! Das reicht uns dann.’ Und Jesus scheint verwundert und sagt: ‚So lang bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt. Wer mich sieht, sieht den Vater.’ In Jesus ist das Gesicht Gottes selbst sichtbar, und wir müssen Jesus selbst sehen lernen, dann sehen wir Gott. Sehen wir, wer er ist und wie er ist, und werden wir Freunde mit ihm. So ist Offenbarung die Begegnung mit Jesus selbst, der zu uns spricht, in der heiligen Schrift, in der wir aber ihm selbst zuhören, das Herz auftun müssen, ihm entgegen gehen müssen, damit wir nicht nur irgendwelche Wörter der Vergangenheit hören, sondern in den Wörtern das Wort – ihn selbst – damit wir, wenn wir lange bei ihm sind, nicht sind wie Philippus, der ihn noch immer nicht erkannt hatte.“

Philippus ist ein Bild für die Christen heute

„Wir sind als Christen so lange mit ihm, Christus, und haben Gott doch nicht gesehen. Wir müssen ihn näher kennenlernen, näher bei ihm sein, inwendig bei ihm sein, damit wir ihn kennenlernen, und dann Gott sehen. Und wenn wir Gott in ihm sehen, dann sehen wir Gott auch in den Armen, in den Verlassenen, weil er dann seine Liebe in uns anzündet, und durch die Liebe hindurch sehen wir in denen, die der Liebe bedürfen, wiederum den lebendigen Gott. Ich sagte schon: wenn wir Gottes Antlitz sehen wollen, müssen wir Christus nachfolgen. Als Zeugen seiner Liebe wollen wir es tun. Der Heilige Geist schenke euch Allen Frieden und wahre Freude.“

Weitere Hinweise und Quellen