Gott wird Mensch, damit wir Kinder Gottes werden können

12. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Benedikt XVI

http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de.htmlEin „heiliger Tausch“: Gott wird Mensch, „damit wir Kinder Gottes werden können“. Darüber hat Papst Benedikt am Mittwoch, 9. Januar, bei seiner Generalaudienz meditiert. Er ging von einem Satz des Prologs im Johannes-Evangelium aus:

„Das Wort ist Fleisch geworden. Das Wort, der ewige Sinn, der alles trägt und hält, ist einer unter anderen geworden, ist eingetreten in diese Geschichte. Das Wort Fleisch, dem hebräischen Sprachgebrauch gemäß, besagt hier: der Mensch in seiner Ganzheit, Leib und Seele, aber doch mit Betonung auf der Zerbrechlichkeit, der Armseligkeit dieses unseres Menschseins.“

Geradezu en passant zeige uns Gott bei der Menschwerdung auch, was Schenken bedeutet: „Er schenkt nicht etwas, er schenkt sich selbst, ganz. Und ein Geschenk, in dem nicht etwas von uns selbst enthalten wäre, in dem wir nur Teures geben würden, aber nicht unser Herz investieren, wäre kein wirkliches Geschenk!“ Gleichzeitig zeige Gottes Menschwerdung, dass Gottes Liebe „nicht nur aus Worten“ bestehe, „sondern aus Taten und Leiden“.

„Er nimmt das ganze Menschsein mit seiner ganzen Last und Mühsal, mit seiner Schönheit und Größe, auch mit allem Armseligen, bis in die kleinen Dinge des Alltags hinein, auf sich. Er trägt Leben und Schicksal eines Menschen ganz. Er kennt Armut, Not, Flucht, Verfolgung, bis hin zum Tod am Kreuz. Und hier wird er unser Erlöser.“ Glauben bedeute dementsprechend, „nicht nur irgendwelche frommen Gedanken zu haben oder manchmal schöne Gefühle“: „Sondern Glauben heißt, mit der Ganzheit seines Lebens, mit Taten und Leiden, sich in dieses Geheimnis Gottes hineingeben, sich von ihm führen lassen.“

Jesus sei „Sinn und Höhepunkt der ganzen Schöpfung“ – der neue Adam, der „endgültige Mensch, in dem wirklich das Bild Gottes voll ausgeprägt ist. Im göttlichen Kind, das uns Maria, die Jungfrau geboren hat, können wir erkennen, was der Mensch wahrhaft ist und sein soll. Öffnen wir ihm auch unser Herz, dann kann der Plan der göttlichen Liebe in uns wirklich, und die Welt wahrhaft gut werden!“.

Weitere Hinweise und Quellen