Wie kann man im Heute zu seinen Mitmenschen von Gott sprechen?

7. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Benedikt XVI.

http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de.htmlIn der Katechese seiner Mittwochsaudienz vom 28. November 2012 hat sich Papst Benedikt XVI. der Frage gewidmet, wie man im Heute zu seinen Mitmenschen von Gott sprechen könne. Denn, so der Papst, man könne davon ausgehen, dass es bei den meisten Zeitgenossen zumindest „irgendwie“ ein Wissen um Gott gebe.

„Aber es besteht doch ein Dilemma zwischen diesem stillen Anspruch der göttlichen Wahrheit, der in uns da ist, und den vielfältigen Stimmen, die unsere Gesellschaft und unser tägliches Leben prägen. Von Gott sprechen heißt zunächst, sich darüber im Klaren sein, was wir den Menschen bringen, nämlich die Antwort auf die grundsätzliche Frage, auf das Warum und auf das Wie unseres Lebens. Deswegen brauchen wir einen vertrauten Umgang mit Gott im Gebet und durch das Betrachten der Heiligen Schrift. Es braucht eine Leidenschaft für die Sache des Herrn und zugleich die Demut der kleinen Schritte.

Dazu sei eine Rückkehr zur Einfachheit, zum Wesentlichen der Frohen Botschaft unabdingbar. Die Tatsache, dass Gott sich in der Person seines Sohnes Jesus Christus am Kreuz hingegeben und durch seine Auferstehung Hoffnung auf ein ewiges Leben in Fülle geschenkt habe, müsse ins Zentrum der Aufmerksamkeit zurückkehren.

„Aus dem Evangelium lernen wir, dass Christus aus dem unmittelbaren Kontakt zum Vater spricht und handelt. So soll entsprechend unserer kreatürlichen Bedingungen auch unser Leben im Glauben und in der Liebe aus der Zwiesprache mit dem lebendigen Gott erwachsen, aus dem ständigen inneren Nahe-Sein bei Ihm. [Nur wenn wir selbst ihm nahe sind, können wir anderen ihn nahe bringen.] Ein solches Bei-Gott-sein mit unserem Innersten führt zu einem Einklang zwischen unserem Inneren und unseren Tun, zwischen dem, was wir sagen, und der Art, wie wir leben, wie wir die Schöpfung achten. Der bevorzugte Ort für das Sprechen von Gott ist die Familie, wo alle Glieder sich in der Einübung gegenseitiger Hingabe einüben müssen im Miteinander und mit Gott und im Vertrauen ein Gespür dafür bekommen, wie Gott ist und wie Er der Welt Gutes gibt.“

An die deutschsprachigen Pilger gewandt, erinnerte der Papst daran, dass Gott ein integraler Teil unseres Lebens und der Urgrund der viel beschworenen Menschenwürde sei:

„Ganz herzlich grüße ich alle deutschsprachigen Pilger und Gäste. Gott steht unserer menschlichen Existenz nicht fremd gegenüber; er ist vielmehr der Grund der Würde und Einzigartigkeit des Menschen. Wir wollen dieser Gnade als Zeugen seiner Liebe gerne entsprechen. Der Herr begleite euch alle auf eurer Pilgerfahrt mit seinem reichen Segen.“

Weitere Hinweise und Quellen