An Gott zu glauben, ist vernünftig!

6. Katechese zum Jahr des Glaubens von Papst Benedikt XVI.

http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de.htmlAn Gott zu glauben ist vernünftig: Das ist eine der Kernthesen von Papst Benedikt XVI. Am Mittwoch, 21. November 2012, hat er sie bei seiner Generalaudienz etwas näher ausgeführt. „Gott ist nicht etwas Widersinniges, das der Vernunft entgegensteht“: Das betonte der Papst vor den Pilgern und Besuchern aus dem deutschen Sprachraum. Zwar sei Gott ein Geheimnis „und in diesem Sinn dunkel“: „So wie wenn man in die Sonne schaut und zuerst Dunkelheit sieht. Aber es ist ein Geheimnis, das nicht irrational ist, sondern eine Überfülle an Sinn und Wahrheit, also die eigentliche Quelle des Lichts.“ Das Geheimnis Gottes kann der Vernunft zunächst einmal „dunkel erscheinen“, sagte Benedikt XVI.: „Aber der Glaube gibt uns gleichsam die Sehfähigkeit, sein Licht zu ertragen, es gebrochen in der Geschichte Gottes mit uns, dann als das wahre Licht zu erkennen.“ Gott selbst sei dem Menschen nahe gekommen und habe sich auf seine Maßstäbe eingelassen; er erleuchte „mit seiner Gnade die Vernunft“.

„Glaube, um zu verstehen; verstehe, um zu glauben, hat der heilige Augustinus aus der Erfahrung seines eigenen kurvenreichen Lebensweges gesagt. Er bezeugt einen Glauben, der die Vernunft öffnet und nicht tötet.“ Vernunft und Glaube seien „beide zusammen Bedingungen für das Verstehen von Gottes Wort und für das Verstehen unserer selbst“.

Dass die Vernunft über die Schöpfung bis zur Gotteserkenntnis aufsteigen könne, habe auch das Erste Vatikanische Konzil schon betont. „Jedenfalls stehen so Wissenschaft und Glaube nicht gegeneinander, sondern sind aufeinander verwiesen. Wissenschaft erweitert die Vernunft und hilft uns die Welt zu erkennen und zu verstehen. Aber der Glaube gibt uns die Maßstäbe der Menschlichkeit des Menschseins, die Maßstäbe, was für den Menschen gut ist und was in sich gut ist, und so überwindet er die Pathologien der Wissenschaft, die ihrerseits die Pathologie der Religion überwinden kann.“ Fazit des Papstes: „Vernunft und Glauben gehören zusammen als gemeinsamer Weg zum Licht Gottes“.

„Der Glaube helfe uns, in Christus den Sinn und die Fülle unseres Daseins und den Garant wahrer menschlicher Freiheit zu erkennen. Er ist die Erfüllung unseres Strebens nach dem Wahren und dem Guten.“

Weitere Hinweise und Quellen